Ford baut 1.000 Stellen in Köln ab – ohne Kündigungen, aber mit Folgen für die E-Auto-Zukunft
Horst FischerDer 'Entlassungsgespenst' verschwindet bei Ford - Ford baut 1.000 Stellen in Köln ab – ohne Kündigungen, aber mit Folgen für die E-Auto-Zukunft
Ford hat die Personalabbaumaßnahmen im Kölner Werk ohne betriebsbedingte Kündigungen abgeschlossen. Das Unternehmen strich in diesem Jahr fast 1.000 Stellen – eine Folge der schwachen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Der Schritt ist Teil eines umfassenderen Sparplans, der bereits im vergangenen Sommer beschlossen wurde.
Das Kölner Werk, das 2019 noch 18.000 Beschäftigte zählte, hat seitdem einen deutlichen Rückgang der Belegschaft erlebt. Ford wollte insgesamt 2.900 Stellen abbauen – ein Ziel, das nun durch freiwillige Aufhebungsverträge und Versetzungen erreicht wurde. Rund 2.100 Mitarbeiter entschieden sich für einen freiwilligen Austritt, während weitere 800 Arbeitsplätze an Investoren übertragen wurden.
Die Stellenstreichungen erfolgen vor dem Hintergrund einer zurückgeschraubten E-Auto-Strategie von Ford in Deutschland. Die Produktion wurde auf eine Schicht reduziert, und das Unternehmen hat Milliardeninvestitionen abgeschrieben. Trotz eines Anstiegs der Neuzulassungen von Elektroautos um 29 Prozent in ganz Deutschland im Februar 2026 hinken Fords Verkaufszahlen hinterher. Das Hauptmodell, der überarbeitete Explorer (mit einer Reichweite von bis zu 444 Kilometern und einem Preis ab 40.000 Euro), konnte sich am Markt nicht durchsetzen.
Da die Sparziele nun erreicht sind, wird die Belegschaft des Werks bald auf unter 9.000 sinken – aktuell sind es noch etwa 10.500 Beschäftigte. Diese Reduzierung entspricht Fords übergeordneter Europa-Strategie, die sich stärker auf günstigere Modelle statt auf hochpreisige Elektrofahrzeuge konzentriert.
Mit dem Abschluss der freiwilligen Abgänge und Versetzungen hat Ford Zwangsentlassungen vermieden. Die Belegschaft im Kölner Werk wird künftig weniger als die Hälfte der Mitarbeiter von 2019 umfassen. Die Veränderungen spiegeln die größeren Anpassungen in Fords europäischer Strategie wider, die auf veränderte Marktbedingungen reagiert.