Franz Xaver Kroetz wird 80: Ein Theaterrevolutionär bleibt bescheiden
Ariane HolzapfelFranz Xaver Kroetz wird 80 - mehr als nur 'Baby Schimmerlos' - Franz Xaver Kroetz wird 80: Ein Theaterrevolutionär bleibt bescheiden
Franz Xaver Kroetz wird am 25. Februar 80 Jahre alt. Der Dramatiker, Regisseur und gelegentliche Schauspieler hat das deutsche Theater über Jahrzehnte geprägt. Obwohl er die Öffentlichkeit scheut, sind seine Werke – von beißenden Sozialdramen bis zu Volksstück-Adaptionen – nach wie vor hoch angesehene Klassiker.
Geboren in München, machte Kroetz erstmals mit Stücken wie Katzelmacher und Sauhund auf sich aufmerksam, die ungeschönte gesellschaftliche Themen aufgriffen. Im Laufe seiner Karriere schrieb er mehr als 50 Theaterstücke, darunter Akkord, Der Stallerhof und Der Drang. Manche davon erreichten jedoch nie die Bühne: In jüngeren Jahren verbrannte er betrunken im Garten seiner Eltern rund ein Dutzend eigener Manuskripte.
Vor der Kamera ist er vor allem als Baby Schimmerlos aus der Kultserie Kir Royal der 1980er-Jahre bekannt. Doch als Schauspieler tritt er selten auf, da er sich ungern der Regie anderer unterordnet. Sein Herz gehört dem Theater, wo seine Stücke an renommierten Häusern wie dem Residenztheater und den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurden. Im vergangenen Sommer feierte seine Adaption der Brandner-Kaspar-Geschichten am Residenztheater großen Erfolg und unterstrich erneut seinen Einfluss.
Trotz seiner Auszeichnungen – darunter das Bundesverdienstkreuz und der Bertolt-Brecht-Preis – lebt Kroetz zurückgezogen. Interviews gibt er nur, wenn es nicht anders geht, und seinen 80. Geburtstag hält er für nicht der Rede wert. Sein Privatleben war bewegend: Er hat Kinder aus zwei Ehen und gab offen zu, sich um seine ersten beiden wenig gekümmert zu haben.
Das Älterwerden bringt gemischte Gefühle mit sich. Manche Tage sind schwerer, doch mit dem Leben, das er geführt hat, ist er zufrieden.
Kroetz' 80. Geburtstag markiert einen Meilenstein für einen Mann, der das deutsche Theater neu geprägt hat. Seine Stücke werden weiterhin aufgeführt, seine Adaptionen ziehen Publikum an, und seine kompromisslose Haltung – im Beruf wie im Leben – hinterlässt Spuren. Doch er bleibt sich treu: ein Einzelgänger, der sein Werk für sich sprechen lässt.






