Friedrich Merz: Vom EU-Parlamentarier zum mächtigsten Kanzler Deutschlands
Olav RuppertVom Friesenstand-Rebellen zum Bundeskanzler - Friedrich Merz: Vom EU-Parlamentarier zum mächtigsten Kanzler Deutschlands
Friedrich Merz ist seit sechs Monaten deutscher Bundeskanzler. Mit 70 Jahren ist er der zweitälteste Amtsinhaber in der Geschichte des Landes. Seine politische Laufbahn erstreckt sich über mehr als drei Jahrzehnte – vom Europäischen Parlament bis ins höchste Staatsamt der Nation.
Sein Einstieg in die Politik erfolgte 1989 als Abgeordneter im Europäischen Parlament. Fünf Jahre später zog er in den Bundestag ein, wo sein Einfluss stetig wuchs. Bereits mit 45 Jahren übernahm er im Jahr 2000 den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Diese Position hatte er bis 2002 inne, bis Angela Merkel ihm nachfolgte. Zwei Jahre später zog er sich vollständig aus der aktiven Politik zurück. Stattdessen wechselte er in die Wirtschaft, arbeitete als Anwalt und Unternehmensberater und übernahm hochkarätige Positionen, darunter den Vorsitz des Aufsichtsrats bei BlackRock Deutschland und HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Trotz seines Wechsels in die Privatwirtschaft blieb Merz politisch im Hintergrund engagiert. Er blieb CDU-Vorstandsmitglied und leitete bis 2009 den Finanzausschuss des Bundestags. Seine Rückkehr in die erste Reihe erfolgte 2022, als er zum CDU-Parteivorsitzenden gewählt wurde. Noch im selben Jahr wurde er Kanzlerkandidat der Union.
Merz gilt seit langem als scharfer Kritiker von Merkels Politik. Als Mitglied des Andenpakts, einer einflussreichen Gruppe innerhalb der CDU, prägte er die innerparteilichen Debatten. Seine Karriere, geprägt von strategischen Wechseln zwischen Wirtschaft und Politik, zeigt einen gezielten Weg an die Macht.
25 Jahre nach seiner ersten Führungsrolle im Bundestag steht Merz nun an der Spitze des Landes. Seine Erfahrungen in Politik, Recht und Finanzen prägen seinen Regierungsstil. Die nächste Phase seiner Kanzlerschaft wird zeigen, wie seine Politik die Zukunft Deutschlands gestaltet.






