Gefährlicher Sondermüll in Pferdeanhänger: 69-Jähriger muss sich verantworten
Olav RuppertGefährlicher Sondermüll in Pferdeanhänger: 69-Jähriger muss sich verantworten
Ein 69-jähriger Mann aus Bielefeld muss sich wegen rechtlicher Konsequenzen verantworten, nachdem Behörden in einem verlassenen Pferdeanhänger gefährlichen Abfall entdeckt hatten. Das Fahrzeug, beladen mit Schrott und giftigen Materialien, war letzte Woche beim Durchfahren des Ostwestfalendamm-Tunnels auffällig hoch aufgetürmt unterwegs.
Der Vorfall begann, als der Fahrer im Tunnel mit einem Anhänger gestoppt wurde, der etwa 2,2 Meter über die Ladefläche des Fahrzeugs hinausragte. Im Inneren fanden Beamte alte Haushaltsgeräte, Aluminiumschrott und Stahlabfälle, die sowohl im Ladebereich als auch im Fahrzeuginneren verstreut waren. Bei einer genaueren Untersuchung stießen sie auf gefährliche Gegenstände, darunter Fässer mit Altölresten und Autokühler mit Rückständen von Kühlmittel.
Der Mann konnte keine erforderlichen Genehmigungen nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für den Umgang mit Schrott oder Sondermüll vorlegen. Ermittler entdeckten später einen zweiten Anhänger, der mit zusätzlichem Abfall beladen war. Die Behörden bestätigten, dass er etwa 20 bezahlte Entsorgungsfahrten ohne die notwendige Zulassung durchgeführt hatte.
Das Bielefelder Zollamt wurde eingeschaltet, um mögliche Steuerdelikte, darunter Steuerhinterziehung, zu prüfen. Es bestand der Verdacht, dass der Mann gebührenpflichtige Abgaben für ein 2021 angemeldetes Gewerbe nicht entrichtet hatte. Der Pferdeanhänger wurde schließlich zu einem kommunalen Recyclinghof gebracht, um die gefährlichen Stoffe fachgerecht zu entsorgen.
Dem 69-Jährigen drohen nun mehrere Anklagepunkte, darunter Umweltvergehen, Verstöße gegen das Steuerrecht und Vergehen gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Der Fall zeigt die Gefahren einer unkontrollierten Abfallentsorgung und die rechtlichen Folgen bei Nichteinhaltung der Entsorgungsvorschriften.






