05 March 2026, 18:10

Gefälschte Bahn-Plakate: Aktivisten fordern kostenlosen Nahverkehr mit illegaler Aktion

Ein Plakat, das eine Bahnfahrt in Berlin, Deutschland, ankündigt und ein Bild einer Bahn mit Text darauf zeigt.

Gefälschte Bahn-Plakate: Aktivisten fordern kostenlosen Nahverkehr mit illegaler Aktion

Gefälschte Plakate, die kostenlosen Nahverkehr bewerben, sind an über 20 Bahnhöfen in ganz Deutschland aufgetaucht. Die Aktivistengruppe Widerstands-Kollektiv hat sich zu der Aktion bekannt und erklärt, sie wolle damit ein bundesweites Null-Euro-Ticket vorantreiben. Ihre Kampagne imitiert offizielle Werbung der Deutschen Bahn, wurde vom Bahnkonzern jedoch als betrügerisch zurückgewiesen.

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Die Plakate, die wie echte Angebote der Deutschen Bahn gestaltet sind, wurden in Vitrinen an Bahnhöfen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen platziert. Die Gruppe gab an, die Schaukästen ohne Beschädigung geöffnet und die vorhandenen Anzeigen durch ihre eigenen ersetzt zu haben. Auf ihrer Website bahn-kostenlos.info kopieren sie sogar den Stil der offiziellen Bahn-Seiten und verkünden: "Wenn uns die Regierung nicht hilft, machen wir uns das 0-Euro-Ticket einfach selbst!"

Die Deutsche Bahn verurteilte die Aktion als irreführend und prüft rechtliche Schritte. Das Werbeunternehmen Ströer, das die Plakatflächen verwaltet, bestätigte die Entfernung der gefälschten Anzeigen und bezeichnete den Coup als illegales Adbusting. Bereits 2019 hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass solche Aktionen strafbar sein können, wenn sie Diebstahl oder Sachbeschädigung beinhalten.

Das Widerstands-Kollektiv behauptet hingegen, keine Gesetze gebrochen zu haben. Ihr erklärtes Ziel ist es, eine breitere Debatte über die Verkehrswende in Deutschland zu erzwingen. Kostenloser ÖPNV, so ihre Argumentation, würde die Emissionen senken und die Mobilität für alle verbessern.

Die Kampagne hat bereits Reaktionen von Behörden und Verkehrsanbietern ausgelöst. Während die Deutsche Bahn rechtliche Optionen prüft, verbreiten die Aktivisten ihre Botschaft weiter im Netz. Der Streit zeigt die anhaltenden Spannungen um die Kosten des öffentlichen Verkehrs und die Klimapolitik in Deutschland auf.