Generation Z unzufrieden: Warum junge Deutsche bessere Mobilitätslösungen fordern
Horst FischerGeneration Z unzufrieden: Warum junge Deutsche bessere Mobilitätslösungen fordern
Eine neue Studie des ADAC, Deutschlands größtem Automobilclub, zeigt die Verkehrsmittelpräferenzen junger Deutscher im Alter von 16 bis 27 Jahren auf. Fast 8.000 Teilnehmer:innen äußerten sich zu ihrer Mobilität und machten deutlich, wie groß der Wunsch nach besseren Alternativen ist. Viele zeigten sich frustriert über das aktuelle Angebot – nur jede:r Zehnte ist mit den bestehenden Möglichkeiten zufrieden.
Laut der Umfrage nutzen 59 Prozent der Generation Z mindestens einmal pro Woche den öffentlichen Nahverkehr, während 48 Prozent genauso häufig auf das Auto zurückgreifen. Bei der Wahl des Verkehrsmittels stehen Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Bezahlbarkeit, Flexibilität und Komfort an oberster Stelle. Umweltaspekte hingegen spielen eine untergeordnete Rolle: Sie landeten auf Platz 12 der Prioritätenliste – entgegen gängiger Annahmen über die junge Generation.
Mehr als die Hälfte der Befragten (61 Prozent) wünscht sich Zugang zu verschiedenen Verkehrsmitteln. Ein Viertel forderte mehr Haltestellen und Stationen, um das Netz des öffentlichen Verkehrs zu verbessern. Gleichzeitig sprachen sich 43 Prozent für Mobility-as-a-Service (MaaS) aus, ein System, das verschiedene Verkehrsangebote auf einer Plattform bündelt. Weitere 44 Prozent befürworteten eine stärkere Verbreitung autonomer Fahrzeuge und digitaler Mobilitätslösungen.
Die Studie identifizierte zudem anhaltende Probleme auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2025 verzeichneten sechs Abschnitte die meisten Verzögerungen: die A40 zwischen Duisburg und Essen, die A59 zwischen Bonn und Köln, die A52 zwischen Essen und Düsseldorf, die A59 zwischen Duisburg und Dinslaken, die A560 bei Hennef und Sankt Augustin sowie die A46 zwischen Düsseldorf und Wuppertal. Diese Engpässe in Kombination mit unzuverlässigen Zugverbindungen haben manche junge Menschen – wie etwa zwei Einwohner:innen aus Kevelaer – dazu bewogen, sich für das Auto statt für den öffentlichen Verkehr zu entscheiden.
Die Ergebnisse verdeutlichen eine deutliche Lücke zwischen den Erwartungen der Generation Z an die Mobilität und dem aktuellen Angebot. Da nur 10 Prozent zufrieden sind, wächst der Druck, das Nahverkehrsnetz auszubauen, flexiblere Dienstleistungen einzuführen und Stau-Hotspots zu entschärfen. Gleichzeitig zeigt die Studie ein wachsendes Interesse an digitalen und autonomen Lösungen, um den künftigen Mobilitätsbedarf zu decken.






