Gerichtsstreit um Schabowski-Zettel: Wer profitierte vom Mauerfall-Dokument?
Horst Fischer"Sofort, ohne Verzögerung": Streit um Schabowski-Vermerk vor OVG - Gerichtsstreit um Schabowski-Zettel: Wer profitierte vom Mauerfall-Dokument?
Sofort, unverzüglich: Streit um Schabowski-Zettel vor dem OVG
Sofort, unverzüglich: Streit um Schabowski-Zettel vor dem OVG
Ein juristischer Streit um die Anonymität der Verkäufer eines historischen Dokuments, das mit der Sofortüberweisung der Berliner Mauer verbunden ist, landet vor Gericht. Der sogenannte Schabowski-Zettel, den das Haus der Geschichte in Bonn für 25.000 Euro erwarb, spielte 1989 eine Schlüsselrolle. Nun will ein Journalist die Namen der Verkäufer öffentlich machen – das Museum hingegen pocht auf Geheimhaltung.
Im Mittelpunkt des Streits steht ein Zettel, den der SED-Funktionär Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz am 9. November 1989 nutzte. Seine missverständliche Ankündigung zu Reiseerleichterungen führte dazu, dass Menschenmassen die Berliner Mauer stürmten und deren Fall beschleunigten. Jahre später sicherte sich das Haus der Geschichte das Dokument für 25.000 Euro – unter der Bedingung, die Identität der Verkäufer zu wahren.
Die Gerichtsentscheidung wird weitreichende Folgen haben: Verliert das Museum, könnten künftige Verkäufer zögern, historisch bedeutende Stücke ohne absolute Anonymitätsgarantien anzubieten. Setzt sich der Journalist durch, wird öffentlich, wer von dem Verkauf eines Dokuments profitierte, das die neuere Geschichte mitgeprägt hat.