22 January 2026, 08:27

Guido Cantz’ Trump-Witz wird zur ungewollten Prophezeiung – doch der Nobelpreis blieb aus

Ein Mann in einem Anzug sitzt an einem Tisch und hat seine Hand auf seinem Kinn, umgeben von einem Mikrofon und einem Buch, mit einem unscharfen Hintergrund.

Guido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Guido Cantz’ Trump-Witz wird zur ungewollten Prophezeiung – doch der Nobelpreis blieb aus

Ein Witz des Komikers Guido Cantz über Donald Trumps möglichen Gewinn des Friedensnobelpreises hat seine Komik verloren. Die Pointe – einst absurd – wirkt heute unangenehm nah an der Realität. Offizielle Unterlagen belegen jedoch, dass Trump 2022 entgegen eigener Behauptungen gar nicht nominiert war.

In einem Auftritt 2022 scherzte Cantz, Trump werde sich den Nobelpreis "mit Gewalt" sichern. Damals klang die Idee noch hanebüchen. Doch aktuelle Entwicklungen geben ihr plötzlich Gewicht.

Trump schrieb an Norwegens Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und fragte, warum ihm der Preis verwehrt bleibe. In dem Brief behauptete er, während seiner Amtszeit acht Kriege beendet zu haben. Die offiziellen Aufzeichnungen zeigen jedoch: Eine Nominierung gab es 2022 nicht. Die Verwechslung könnte auf Online-Suchen zurückgehen, die den Preis mit der venezolanischen Aktivistin María Corina Machado verknüpfen. Sie gilt als Favoritin für die Auszeichnung um 2025 – unterstützt vom US-Senator Marco Rubio. Einige Berichte spekulieren sogar, sie könnte Trump die Medaille im Januar 2026 symbolisch überreichen. Cantz empfindet Trump-Witze mittlerweile als ermüdend. Die ständigen Aussagen und Aktionen des Ex-Präsidenten machen Satire kurzlebig. Was einst als Spott funktionierte, droht über Nacht zur Realität zu werden – oder schlimmer noch: zur Wahrheit.

Den Nobelpreis hat Trump jedenfalls 2022 nicht erhalten. Doch Cantz’ Witz zeigt, wie schnell Satire und Wirklichkeit verschwimmen können. Der Komiker hat sich längst anderen Themen zugewandt: Trump sei als "Material" einfach zu anspruchsvoll für nachhaltigen Humor.