Heino zeigt Solidarität mit umstrittenem Feuerwehrmann in Bad Belzig
Ariane HolzapfelHeino zeigt Solidarität mit umstrittenem Feuerwehrmann in Bad Belzig
Ein 87-jähriger deutscher Musiklegende betrat am Samstagabend in Bad Belzig, Brandenburg, die Bühne, um einem örtlichen Feuerwehrmann in der Kritik die Unterstützung zu zeigen. Heino, bekannt für seine Schlager- und Volksmusik-Hits, trat vor etwa 800 Zuschauern auf, von denen viele aus Solidarität mit Richard Mänder gekommen waren. Der Auftritt folgte auf Mänders Entbindung von seinen Richterpflichten, nachdem er bei einer Feuerwehrmeisterschaft die umstrittene erste Strophe der deutschen Nationalhymne gespielt hatte.
Das Konzert bot Heinos Klassiker wie Blaue Enzian, Rosamunde und Karamba, Karacho, ein Whisky. Fans jubelten auch bei Layla, einem Lied, das wegen sexistischer Texte kritisiert wird, und einige skandierten während der Zugabe Ostdeutschland, Ostdeutschland!. Heinos Manager, Helmut Werner, verteidigte die Veranstaltung als Zeichen der Unterstützung für Mänder und argumentierte, der Feuerwehrmann verdiene eine zweite Chance.
Mänder, ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig, war von seinen offiziellen Aufgaben enthoben worden, nachdem er bei einem Wettbewerb in Sachsen die erste Strophe der Nationalhymne gespielt hatte. Diese Strophe ist historisch belastet, da sie von den Nationalsozialisten für ihre imperialistische Propaganda genutzt wurde. Obwohl der Deutsche Feuerwehrverband an seiner Entscheidung festhielt, besuchten Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen das Konzert aus Solidarität.
Werner wies zudem Vorwürfe zurück, Heino stehe politisch rechts, und verwies auf dessen frühere Forderung nach einem Verbot der rechtsextremen AfD. Der Sänger habe in der Vergangenheit sowohl SPD als auch CDU gewählt, fügte er hinzu. Mänder hat unterdessen einen neuen Feuerwehr-Sportverband mitgegründet und plant jährliche Meisterschaften – ein Schritt, der laut dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbands die Spaltung in der Feuerwehrgemeinschaft vertiefen könnte.
Das Konzert unterstrich die anhaltenden Spannungen um Mänders Handlung und die historische Brisanz der Hymnenstrophe. Da die Deutsche Feuerwehr-Gemeinschaft keine offizielle Position zur Verwendung der Strophe bei öffentlichen Anlässen bezogen hat, bleibt die Debatte ungelöst. Mänders Pläne für künftige Meisterschaften könnten die Einheit der Feuerwehrleute in ganz Deutschland weiter auf die Probe stellen.






