Historischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt
Hans-Theo KuhlHistorischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt
In Siegburg bei Bonn hat ein großer Prozess wegen Cum-Ex-Steuerhinterziehung begonnen. Drei ehemaligen Bankern wird vorgeworfen, den deutschen Staat um rund 280 Millionen Euro betrogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, durch illegale Aktiengeschäfte Steuern erstattet bekommen zu haben, die nie gezahlt wurden.
Zu den Angeklagten zählen zwei frühere Mitarbeiter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Ihnen wird großangelegte Steuerhinterziehung durch Cum-Ex-Geschäfte zur Last gelegt. Ein dritter Beschuldigter soll die Betrugsmasche unterstützt haben.
Der Prozess findet in einem speziell errichteten Gerichtssaal in Siegburg statt, der vom Landgericht Bonn betrieben wird. Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Köln. Die Verhandlungen sollen mindestens 53 Verhandlungstage dauern und bis Mitte Dezember andauern.
Noch in diesem Jahr könnten bis zu sieben weitere Anklagen erhoben werden. Nach aktuellem Ermittlungsstand sind für 2026 voraussichtlich nur noch zwei weitere Cum-Ex-Prozesse in Bonn geplant. Ein weiteres Verfahren gegen Börsenhändler könnte zudem noch vor Jahresende in Siegburg beginnen. In anderen deutschen Städten oder Gerichtsbezirken sind derzeit keine weiteren Prozesse angekündigt.
Der Prozess markiert einen weiteren Schritt in Deutschlands anhaltender Aufarbeitung der Cum-Ex-Steueraffäre. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten erhebliche Strafen für ihre mutmaßliche Rolle in dem 280-Millionen-Euro-Betrug. Das Urteil könnte zudem Auswirkungen auf künftige Verfahren in ähnlichen Fällen haben.






