Höcke hält Rede bei AfD-Empfang – trotz tausendfacher Proteste in Dortmund
Hans-Theo KuhlHöcke hält Rede bei AfD-Empfang – trotz tausendfacher Proteste in Dortmund
Rechtspopulist Björn Höcke nahm trotz massiver Proteste an AfD-Neujahrsempfang in Dortmunder Rathaus teil
Trotz breiter Ablehnung hat der rechtsextreme Politiker Björn Höcke am Samstag an einem Neujahrsempfang der AfD im Dortmunder Rathaus teilgenommen. Die Veranstaltung fand statt, nachdem ein Gericht den Versuch der Stadt, sie zu verbieten, für rechtswidrig erklärt hatte. Draußen versammelten sich unterdessen Tausende, um gegen seinen Auftritt zu protestieren.
Ursprünglich hatte die AfD den Empfang mit Höcke als Gastredner geplant – eingeladen von Fraktionschef Heiner Garbe bereits im Februar 2026. Als die Dortmunder Behörden die Genehmigung zurückziehen wollten, reichte die Partei einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein. Das Gericht entschied zugunsten der AfD und erlaubte die Durchführung. Ein von der Stadt angestrebter Widerspruch verpasste die Frist, sodass die Entscheidung Bestand hatte.
Rund 3.300 Demonstranten füllten die Straßen vor dem Rathaus, organisiert von Gruppen wie den Jusos, den Grünen und der Linksjugend. Michelle Gnatzy von den Jusos hatte die Kundgebung angemeldet, bei der die Menge über Lautsprecher das antifaschistische Lied Bella Ciao sang. Auch Dortmunda Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) schloss sich den Gegenprotesten an und betonte, Höcke sei in "seinem" Rathaus nicht willkommen.
Trotz des Widerstands traf Höcke unbehelligt ein – er nutzte die Tiefgarage, um ungestört ins Gebäude zu gelangen. Im Inneren nahmen etwa 280 Gäste an der Veranstaltung teil. Unterdessen kritisierte der SPD-Landtagsabgeordnete Volkan Baran Kalouti dafür, den Empfang zunächst genehmigt und erst im letzten Moment ein Verbot versucht zu haben.
Der Empfang verlief wie geplant, während Höcke zu den Anwesenden sprach und draußen weiter protestiert wurde. Durch das Gerichtsurteil blieb der Stadt rechtlich keine Handhabe, die Veranstaltung zu stoppen. Kritiker fragen nun, ob ein früheres Einschreiten die umstrittene Zusammenkunft hätte verhindern können.






