15 March 2026, 04:10

Illegale Müllmafia: 63-Jähriger soll in NRW gefährliche Abfälle verschoben haben

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Meldungen von illegaler Müllentsorgung und Verschmutzung" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Illegale Müllmafia: 63-Jähriger soll in NRW gefährliche Abfälle verschoben haben

Ein 63-jähriger Abfallhändler aus Unna ist angeklagt, in Nordrhein-Westfalen illegale Müllgeschäfte betrieben zu haben. Den Behörden zufolge stand er an der Spitze eines Netzwerks, das gefährliche Abfälle illegal entsorgte, Kunden täuschte und seit Januar 2024 organisierten Betrug beging. Der Mann sitzt seit Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft, nachdem bei einer Reihe von Razzien Bargeld, Gold und andere Wertgegenstände beschlagnahmt wurden, die mit den Machenschaften in Verbindung stehen.

Die Ermittler untersuchen das kriminelle Netzwerk bereits seit eineinhalb Jahren. Der Beschuldigte und seine Komplizen sollen gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umetikettiert haben, um deren wahre Natur zu verschleiern. Bei einer Durchsuchung des Autos des Verdächtigen fanden die Beamten 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere hochwertige Gegenstände.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Mann mit schweren Vorwürfen konfrontiert wird. Zwischen 2010 und 2013 war er in die illegale Entsorgung von 25.000 Tonnen Ölpellets in einer Tongrube in Schermbeck verwickelt. Nun vermuten die Behörden, dass mehrere Standorte kontaminiert wurden, darunter auch der Tagebau Garzweiler.

Rund 23.000 Tonnen belastete Erde wurden auf einem Gewerbegebiet in Selfkant abgeladen. Eine ähnliche Menge soll illegal in Kiesgruben bei Kamp-Lintfort vergraben worden sein. Die Ermittlungen haben sich inzwischen auf mehrere Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen ausgeweitet, die verdächtigt werden, an den Machenschaften beteiligt gewesen zu sein.

Unterdessen leitet die Stadt Gelsenkirchen rechtliche Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten zur Verantwortung zu ziehen. Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz könnten diese gezwungen werden, die Kosten für die ordnungsgemäße Abfallentsorgung zu tragen.

Die Anklagepunkte umfassen den Betrieb illegaler Mülldeponien, den unerlaubten Umgang mit Gefahrstoffen sowie Betrug in großem Stil. Der Beschuldigte bleibt weiterhin in Haft, während die Ermittlungen andauern. Die Behörden haben bisher keine weiteren an den laufenden Verfahren beteiligten Unternehmen genannt.

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