IW-Chef Hüther warnt vor Abwanderung durch SPD-Steuerpläne und fordert Entlastungen
Olav RuppertIW-Chef Hüther warnt vor Abwanderung durch SPD-Steuerpläne und fordert Entlastungen
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hat die von der SPD geplanten Reformen der Erbschaftsteuer scharf kritisiert. Zwar räumt er wirtschaftliche Herausforderungen ein, zeigt sich für das Jahr 2023 aber vorsichtig optimistisch.
Hüther warnte, die SPD-Pläne könnten dazu führen, dass noch mehr Unternehmen und Arbeitsplätze aus Deutschland abwandern. Selbst mittelständische Familienbetriebe müssten seiner Ansicht nach mit deutlichen Steuererhöhungen rechnen. Die geplante Freigrenze von fünf Millionen Euro für Unternehmensnachfolger schwäche zudem die Attraktivität der Bundesländer in Deutschland als Wirtschaftsstandort, so Hüther.
Statt gezielter Entlastungen wie der Senkung der Stromsteuer forderte er breite Steuersenkungen für alle. Die Regierung solle die Unternehmenssteuern bereits vor 2028 reduzieren und den Solidaritätszuschlag vollständig abschaffen. Trotz dieser Bedenken rechnet Hüther in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent.
Die Äußerungen des IW-Direktors unterstreichen die Spannungen in der Steuerpolitik und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft. Seine Vorschläge für umfassendere Steuerentlastungen und Senkungen der Unternehmenssteuern zielen darauf ab, weitere Belastungen für die Konjunktur zu verhindern. Die Debatte über die Erbschaftsteuerreform wird voraussichtlich anhalten, während die Politik die Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesländer in Deutschland abwägt.