Kartellamt warnt: Tech-Riesen ersticken Wettbewerb in der KI-Branche
Hans-Theo KuhlKartellamt warnt: Tech-Riesen ersticken Wettbewerb in der KI-Branche
Andreas Mundt, Präsident des deutschen Bundeskartellamts, warnt, dass die Vorherrschaft der Tech-Giganten im Technologiesektor den fairen Wettbewerb bedroht. Er fordert strengere wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Europa, um zu verhindern, dass Großkonzerne Innovation ersticken und kleinere Konkurrenten vom Markt verdrängen.
Mundt betonte, dass echter Wettbewerb im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) bisher auf grundlegende Modelle beschränkt bleibe – etwa jene, die Tools wie ChatGPT oder Googles NotebookLM zugrunde liegen. In anderen Bereichen wie Cloud-Infrastruktur, Datenzugang und Finanzierung kontrollieren Unternehmen wie Google und Meta die Ressourcen jedoch in überwältigendem Maße.
Er verwies auf bestehende Vorschriften wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), bei denen die Einhaltungskosten kleinere Unternehmen stärker belasten als die Tech-Riesen. Ähnlich warnte er, dass das bevorstehende KI-Gesetz (AI Act) ungewollt die Marktmacht etablierter Konzerne stärken könnte, anstatt für Chancengleichheit zu sorgen. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, schlug Mundt Maßnahmen wie eine echte Kapitalmarktunion innerhalb der EU vor. Dies würde seiner Meinung nach Start-ups den Zugang zu Finanzmitteln erleichtern und die Dominanz der großen Player ausgleichen. Zudem regte er Reformen in den Kapazitätsmärkten an, ohne jedoch konkrete Pläne vorzulegen.
Mundts Warnungen erfolgen zu einer Zeit, in der Unternehmen weiterhin um die Kontrolle über die KI-Marktstrukturen in Europa ringen. Ohne robustere Regularien, so seine Überzeugung, werden die bestehenden Ungleichheiten bei Daten, Kapital und Infrastruktur bestehen bleiben. Seine Vorschläge zielen darauf ab, ein wettbewerbsintensiveres Umfeld für aufstrebende Tech-Firmen zu schaffen.