Kartoffelernte 2025: Rekordmengen drücken Erzeugerpreise auf Tiefststände
Olav RuppertTop Potato Harvest - But Consumers See Little Benefit - Kartoffelernte 2025: Rekordmengen drücken Erzeugerpreise auf Tiefststände
Deutschlands Kartoffelbauern erleben in diesem Jahr eine gemischte Saison. Zwar sind die Erntemengen um über 5 Prozent gestiegen, doch die niedrigen Erzeugerpreise drücken die Gewinne. Das Überangebot hat die Einnahmen der Landwirte geschmälert, während die Verbraucherpreise im Handel weiterhin hoch bleiben.
Die Anbaufläche für Kartoffeln in Deutschland weitete sich im vergangenen Jahr um fast 7 Prozent aus und erreichte über 300.000 Hektar. Die Bauern setzen auf spezielle Sorten für verschiedene Verwendungszwecke, wobei Liefermengen oft bereits ein Jahr im Voraus vereinbart werden. Trotz sorgfältiger Planung hat die diesjährige Rekordernte zu einem Überangebot geführt, das die Preise für die Erzeuger nach unten treibt.
In Norddeutschland erhalten Landwirte derzeit kaum mehr als 10 Euro für 100 Kilogramm Kartoffeln. Im Supermarkt hingegen zahlen Verbraucher über 1,50 Euro pro Kilogramm – wenn auch mit einem Rückgang von bis zu sieben Cent im Vergleich zum Vorjahr. Christoph Hambloch, Kartoffelmarktexperte der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn, wies auf die große Kluft zwischen den niedrigen Erzeugerpreisen und den höheren Einzelhandelspreisen hin.
Nicht verkaufte Kartoffeln landen mitunter in Biogasanlagen oder werden zu Tierfutter verarbeitet. In seltenen Fällen bleiben sie sogar ungeerntet auf den Feldern, was Krankheiten begünstigen kann. Gleichzeitig ist die globale Nachfrage nach verarbeiteten Kartoffelprodukten in den letzten fünf Jahren stark gestiegen – angetrieben durch Convenience-Lebensmittel, Urbanisierung und den Trend zu vegetarischer Ernährung. Bis 2034 könnte der Markt ein Volumen von 73,02 Milliarden US-Dollar erreichen. Doch Deutschlands Verarbeitungsindustrie sieht sich zunehmend Konkurrenz aus neuen Anbauländern wie China und Indien ausgesetzt.
Die Einfuhren von Bio-Kartoffeln nach Deutschland sanken 2025 auf 15 bis 19 Prozent, was auf eine gestärkte heimische Produktion hindeutet. Dieser Trend betrifft jedoch vor allem frische Kartoffeln und weniger verarbeitete Erzeugnisse.
Das Überangebot setzt die Landwirte trotz höherer Erntemengen unter Druck, da die Einnahmen sinken. Während die Verbraucherpreise stabil bleiben, verschärft die ausländische Konkurrenz die Lage der deutschen Kartoffelbranche. Die Branche steht nun vor der Herausforderung, Produktion und Nachfrage besser in Einklang zu bringen, um weitere Verluste zu vermeiden.






