23 May 2026, 16:17

Kiekert beantragt Insolvenz: Chinesischer Eigner blockiert Rettungsmillionen

Chinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten

Chinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert beantragt Insolvenz: Chinesischer Eigner blockiert Rettungsmillionen

Kiekert, der weltweit führende Hersteller von Automobil-Verriegelungssystemen, hat vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet. Das 168 Jahre alte Unternehmen mit 4.500 Beschäftigten steht aufgrund ausbleibender Finanzzusagen seines chinesischen Anteilseigners unter massivem finanziellen Druck. Dennoch laufen die Geschäfte an allen Standorten wie gewohnt weiter – die Löhne der Mitarbeiter sind bis November gesichert.

Auslöser der Krise war die überraschende Weigerung des chinesischen Eigentümers Lingyun, weitere finanzielle Unterstützung zu leisten. Da der Anteilseigner Verpflichtungen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro nicht erfüllte, geriet das Unternehmen in Liquiditätsengpässe. Lingyun behauptete später, erst durch Medienberichte von den Insolvenzanträgen erfahren zu haben.

Kiekert-Chef Jérôme Debreu machte den chinesischen Anteilseigner für die Blockade wichtiger Märkte und Finanzierungsquellen verantwortlich. Diese Behinderungen hätten das Unternehmen schwer geschwächt, so Debreu. Die Unternehmensführung strebt nun an, sich aus dem Einfluss von Lingyun zu lösen, um das Wachstum wiederzubeleben und die langfristige Rolle als systemrelevanter Zulieferer der Automobilbranche zu sichern.

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Lingyun hingegen betonte, die Kontrolle über die Kiekert AG und die Kiekert Holding GmbH behalten zu wollen. Der Zulieferer versicherte, eine Insolvenz vermeiden, die Gläubiger schützen und die Zukunft des Unternehmens sichern zu wollen. Der vorgestellte Plan sieht vor, die Liquidität zu stärken, Insolvenzrisiken abzuwenden und alle ausstehenden Schulden zu begleichen.

Obwohl das Insolvenzverfahren bereits eingeleitet wurde, bleibt der Betriebsablauf bei Kiekert vorerst unberührt. Mit gesicherten Löhnen bis November konzentriert sich das Unternehmen nun darauf, die finanzielle Pattsituation zu lösen. Entscheidend wird sein, ob Lingyun die Mehrheit hält – oder ob es Kiekert gelingt, sich aus der Abhängigkeit vom aktuellen Anteilseigner zu befreien.

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