06 February 2026, 12:19

Kölner Stadtrat genehmigt umstrittenes Drogenhilfezentrum im Pantaleonsviertel

Eine Gruppe von Menschen marschiert mit Schildern und Regenschirmen eine Straße entlang, mit einer Statue und Gebäuden im Hintergrund, protestierend gegen ein Regierungsdrogenverbot.

Kölner Stadtrat genehmigt umstrittenes Drogenhilfezentrum im Pantaleonsviertel

Der Kölner Stadtrat hat ein neues Drogenhilfezentrum im Stadtteil Pantaleonsviertel genehmigt. Die Einrichtung, die am Perlengraben eröffnet werden soll, bietet überwachte Räume für Suchtkranke und zielt darauf ab, den Drogenkonsum auf offenen Straßen zu verringern. Die Entscheidung stößt jedoch auf Widerstand bei Anwohnern und Schulen, die sich Sorgen um die Sicherheit machen.

Das Zentrum wird rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres, unter strengen Auflagen der Stadtverwaltung betrieben. Hauptaufgabe ist die Bereitstellung überwachter Konsumräume, Ruhezonen, Hygieneeinrichtungen und Notunterkünfte. Die Behörden erhoffen sich dadurch, dass Suchtkranke öffentliche Plätze meiden.

Harald Rau, Kölner Sozialdezernent, verteidigte den Standort mit der Begründung, dass solche Einrichtungen am effektivsten in der Nähe bestehender Drogenbrennpunkte wirken. Dennoch äußern Anwohner Bedenken hinsichtlich Sauberkeit und Sicherheit – insbesondere für nahegelegene Schulen.

Parallel zum neuen Zentrum plant die Stadt, härtere Strafen für öffentlichen Drogenkonsum in dem Gebiet einzuführen. Bis 2027 sollen zudem mindestens zwei weitere Suchthilfeeinrichtungen in den Stadtteilen Kalk und Chorweiler entstehen. Ab demselben Jahr wird es zusätzliche Mittel für Präventionsprogramme geben, um Suchterkrankungen von vornherein zu verhindern.

Anwohner protestieren gegen die Entscheidung und fragen, wie mit den Suchtkranken umgegangen wird und welche langfristigen Auswirkungen das Zentrum auf ihr Viertel haben wird.

Die neue Einrichtung am Perlengraben nimmt ihren Betrieb unter strenger Aufsicht auf, weitere Zentren sind für 2027 geplant. Die Stadt setzt auf eine Kombination aus Hilfsangeboten und verschärften Kontrollen, um drogenbedingte Probleme zu bekämpfen. Zudem wird die Finanzierung von Präventionsprogrammen in den kommenden Jahren ausgebaut.