Kroymann dankt von Praunheim: "Du hast Großes erreicht" - Kroymann dankt von Praunheim: "Du hast Großes erreicht"
Kroymann würdigt von Praunheim: „Sie haben Großes geleistet“
Kroymann würdigt von Praunheim: „Sie haben Großes geleistet“
18. Dezember 2025, 10:35 Uhr
Rosa von Praunheim, eine prägende Figur der Schwulenbewegung und Pionier der queeren Rechte, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Mit seinem mutigen Stil, seiner provokanten Mode und kompromisslosen Aktivismus hinterlässt er ein bleibendes Erbe in der queeren Kultur – durch Filme wie durch gesellschaftliche Debatten. Sein Tod wurde am Mittwoch bestätigt und löste eine Welle der Anteilnahme in Kunst, Kultur und der LGBTQ+-Community aus.
Von Praunheim wurde vor allem für seinen unverkennbar provokanten Auftritt und seine schonungslose Art in Talkshows bekannt. Sein Werk stellte Normen infrage und kämpfte für mehr Sichtbarkeit von Homosexualität in der Gesellschaft.
Einer der umstrittensten Momente seiner Karriere ereignete sich 1991, als er den Komiker Hape Kerkeling und den TV-Moderator Alfred Biolek während einer Livesendung outete. Die Aktion löste eine Debatte aus: Viele warfen ihm vor, das Coming-out müsse eine persönliche Entscheidung bleiben. Von Praunheim verteidigte sich später mit dem Argument, dass Sichtbarkeit für den Fortschritt unverzichtbar sei. Die Schauspielerin Maren Kroymann, die sich selbst Jahrzehnte zuvor geoutet hatte, bezog in ihrem Nachruf Stellung. Sie räumte ein, dass das Outing damals ein Fehler gewesen sei, betonte aber, dass es letztlich das Bewusstsein schärfte: Jeder Mensch muss selbst über sein Coming-out bestimmen. Kroymann würdigte von Praunheims umfassendes Lebenswerk – seine Filme, seinen unermüdlichen Aktivismus und seinen kompromisslosen Einsatz für queere Sichtbarkeit. Sie dankte ihm dafür, eine liberalere Gesellschaft mitgeprägt und die queere Community über Jahrzehnte unterstützt zu haben. Sein Vermächtnis, so Kroymann, reiche weit über die Kontroverse hinaus und berühre Generationen von Aktivist:innen und Künstler:innen.
Mit von Praunheims Tod endet für viele eine Ära der LGBTQ+-Bewegung. Seine Filme, seine öffentlichen Kämpfe und seine unerschrockene Fürsprache haben die Einstellung zur Homosexualität in Deutschland und darüber hinaus verändert. Die Würdigungen für den unangepassten Wegbereiter, der nie vor Konflikten zurückschreckte, reißen nicht ab.