17 January 2026, 13:44

Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittenem Gastfest trotz Antisemitismus-Vorwürfen fest

Ein Schwarzweiß-Porträt von Gustav Vi Adolf, einem schwedischen Philosophen und Nobelpreisträger für Literatur, der einen Anzug und eine Krawatte trägt, mit Gedenkdesign und Text.

Palästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittenem Gastfest trotz Antisemitismus-Vorwürfen fest

Eine geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf hat für Aufsehen gesorgt, nachdem jüdische Organisationen deren Absage gefordert hatten. Im Mittelpunkt steht die palästinensische Künstlerin Basma al-Sharif, deren Beiträge in sozialen Medien vorgeworfen wird, Terrorismus zu verherrlichen und antisemitische Hetze gegen Israel zu verbreiten. Die Akademie lehnt eine Absage jedoch ab und berufen sich dabei auf die künstlerische Freiheit als grundlegendes Prinzip.

Die Forderung nach einer Abschaffung der Veranstaltung kam von jüdischen Gruppen, die auf al-Sharifs Online-Posts als Beleg für gefährliche Rhetorik verweisen. Sie argumentieren, dass ihre Arbeiten und Äußerungen Bemühungen untergraben, Antisemitismus und Extremismus entgegenzuwirken.

Die Kunstakademie Düsseldorf wies die Absageforderung zurück. In einer Stellungnahme betonten Verantwortliche, dass zwar Antisemitismus und die Verherrlichung von Terrorismus an der Institution keinen Platz hätten, künstlerische Äußerungen aber dem Diskurs offenstehen müssten. Die Akademie bestätigte zudem, dass die Veranstaltung wie geplant als eine von Studierenden organisierte Diskussion stattfinden werde – moderiert, um einen respektvollen Austausch zu gewährleisten. Die Gruppe Students for Justice in Palestine (SJP), die die Veranstaltung organisiert, verteidigt die Einladung al-Sharifs. Die Haltung der Akademie entspricht ihrer langjährigen Unterstützung für freie Meinungsäußerung, selbst bei kontroversen Themen.

Die Veranstaltung wird unter strenger Moderation stattfinden, um eine sachliche Atmosphäre zu wahren. Die Weigerung der Akademie, sie abzusagen, unterstreicht die anhaltende Spannung zwischen Rede- und Kunstfreiheit andererseits und der Sorge vor Hassrede andererseits. Während jüdische Organisationen weiterhin ihren Widerstand äußern, bleibt die Institution ihrem Bekenntnis zu offenem Diskurs treu.