08 February 2026, 16:19

Lünen gedenkt der NS-Opfer mit bewegendem Marsch zu Stolpersteinen

Ein Gedenkstein in einer Stra{\ss}e umgeben von Gras, Pflanzen, B"{a}umen, Laternenmasten und Fahrzeugen, mit Geb"{a}uden und einem bew"{o}lktem Himmel im Hintergrund, gewidmet den Opfern des Holocaust.

Lünen gedenkt der NS-Opfer mit bewegendem Marsch zu Stolpersteinen

Rund 100 Menschen versammelten sich am 27. Januar in Lünen zu einem feierlichen Gedenkmarsch für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Veranstaltung stand im Zeichen des bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und fiel mit dem 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz zusammen. Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg eröffnete die Zeremonie mit einem Appell, das Andenken an die Leidtragenden zu bewahren.

Der Gedenkmarsch begann am Evangelischen Friedhof an der Kirchhofstraße. Die Teilnehmer folgten einer Route, die an der Viktoriaschule, dem Hauptbahnhof sowie an mehreren Stolpersteinen vorbeiführte – jenen 69 Messingplatten, die in die Gehwege der Stadt eingelassen sind. Sie erinnern an lokale Opfer wie die Familien Rose, Salomon, Terhoch und Aronstein sowie an die Überlebende Ilse Arndt, die 1913 in Lünen geboren wurde. Ihre Schicksale wurden von der örtlichen Initiative Arbeitskreis Lüner Stolpersteine unter der Leitung von Udo Kath dokumentiert.

Die Prozession machte auch Halt am Holocaust-Mahnmal an der Lippe. Unterwegs betonte Bürgermeisterin Förster-Teutenberg die Bedeutung sichtbarer Erinnerung im öffentlichen Raum. Gleichzeitig warnte sie vor einem wachsenden Antisemitismus und Rassismus und rief die Bürger dazu auf, demokratische Werte und Solidarität zu verteidigen.

Der Marsch endete im Gemeinschaftszentrum St. Georg, wo die Organisatoren – darunter die Initiative Lüner Stolpersteine, das Stadtmuseum und lokale Gästeführer – zufrieden auf die hohe Beteiligung zurückblickten. Sie kündigten an, die Veranstaltung künftig als festen Bestandteil der Lüner Erinnerungskultur zu etablieren.

Die Aktion brachte Anwohner zusammen, um sich mit der Stadtgeschichte und ihrer Verstrickung in die NS-Verbrechen auseinanderzusetzen. Die Organisatoren planen, den Gedenkmarsch jährlich zu wiederholen und so Lünens Engagement für Aufklärung und Erinnerung zu stärken. Die 69 Stolpersteine und die dokumentierten Lebensgeschichten sorgen dafür, dass die Namen und Schicksale der lokalen Opfer im kollektiven Gedächtnis der Gemeinschaft lebendig bleiben.