Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Fußball und Karneval
Olav RuppertMainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Fußball und Karneval
Mehrere prägende Persönlichkeiten aus Rheinland-Pfalz und Mainz 05 verstorben
In den vergangenen Monaten haben mehrere bedeutende Persönlichkeiten aus Rheinland-Pfalz und Mainz 05 die Region für immer verlassen. Ihr Wirken erstreckte sich über Politik, Kultur, Sport und Gesundheitswesen und hinterlässt eine nachhaltige Spur in der Geschichte der Region.
Unter den Verstorbenen befinden sich ein ehemaliger Ministerpräsident, ein langjähriger Justizminister sowie zentrale Figuren lokaler Traditionen wie dem Mainzer Karneval. Die Verluste werden in den unterschiedlichsten Bereichen spürbar – von Fußballvereinen über die Behindertenhilfe bis hin zur Kunstszene.
Politische Wegbereiter Mit Bernhard Vogel verlor Deutschland eine der prägendsten Gestalten der Nachkriegszeit. Der CDU-Politiker starb im Alter von 92 Jahren. Zwölf Jahre lang führte er Rheinland-Pfalz als Ministerpräsident, bevor er später in Thüringen regierte. Ein weiterer schwerer Verlust für die Landespolitik war Herbert Mertin (FDP), der im Alter von 66 Jahren verstarb. Der langjährige Justizminister des Landes hatte das Amt von 1999 bis 2006 inne und übernahm es 2016 erneut bis zu seinem Tod.
Abschiede im Fußball Die Fußballwelt trauert um Holger Bernhardt, den ehemaligen Torhüter des 1. FSV Mainz 05, der bei einem Verkehrsunfall in Basel mit nur 52 Jahren ums Leben kam. Auch Sigurd Spielmann, seit 70 Jahren Ehrenmitglied des Vereins, verstorben im September 2025 im Alter von 90 Jahren, hinterlässt eine Lücke. Der Verein verliert mit ihm eine Legende.
Das Ende einer Karnevalsära Zwei prägende Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals sind nicht mehr: Dieter Wenger, der über sechs Jahrzehnte hinweg als Chef-Wagenbauer des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) die aufwendigen Umzugswagen für den Rosenmontagszug gestaltete, starb mit 84 Jahren. Elisabeth Klöver, die langjährige Leiterin des MCV-Gardenballetts, verstarb im Alter von 85 Jahren. Beide haben die Karnevalstradition der Stadt über Generationen hinweg geprägt.
Medien und Medizin in Trauer Mit Ekkehardt Gahntz verlor das ZDF einen seiner erfahrensten Nachrichtenjournalisten. Der 79-Jährige prägte über 25 Jahre lang die Nachrichtensendungen des Senders. Die Medizin trauert um Dr. Thomas Flohr, einen angesehenen Onkologen am Mainzer Zentrum für Hämatologie und Onkologie, der mit nur 57 Jahren verstarb. Seine Arbeit gab unzähligen Krebspatienten Hoffnung.
Kultur und Soziales verlieren wichtige StimmenMarita Boos-Waidosch, die langjährige Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, wurde als engagierte und respektierte Fürsprecherin für Barrierefreiheit gewürdigt. Ulf Glasenhardt, Veranstaltungskoordinator im Kulturclub Schon Schön, starb unerwartet und hinterlässt bestürzte Kollegen. Auch Barbara Rupp, die von 1983 bis 2008 den Förderverein des Mainzer Unterhaus leitete, verstarb – ihr Wirken prägt das kulturelle Leben der Stadt bis heute.
Das Ende einer Ära Der Tod dieser Persönlichkeiten markiert in vielen Bereichen das Ende einer Epoche. Ob in der Politik, im Gesundheitswesen, im Fußball oder im Karneval – ihr Schaffen hat Rheinland-Pfalz und Mainz 05 über Jahrzehnte geprägt. Kollegen, Gemeinschaften und Angehörige haben ihnen in bewegenden Würdigungen gedacht und ihren tiefgreifenden Einfluss auf das öffentliche und kulturelle Leben der Region hervorgehoben.