Mainzer Ranzengarde krönt die Session mit Tradition und scharfer Satire
Olav RuppertMainzer Ranzengarde krönt die Session mit Tradition und scharfer Satire
Mainz feiert Karneval in großem Stil: Die Mainzer Ranzengarde krönt die Session mit Tradition, Satire und Lebensfreude
Mit einer prächtigen Karnevalsfeier beendete die Mainzer Ranzengarde die diesjährige Session – und Hunderte Narren strömten ins Kurfürstliche Schloss, um die Traditionen der Stadt mit Musik, beißendem Spott und mitreißenden Darbietungen zu ehren. Der Abend vereinte auf glanzvolle Weise Humor, Politik und herzliche Hommagen an die Gemeinschaft – ein Fest der lokalen Kultur in all ihren Facetten.
Eröffnet wurde der Galaabend mit einem musikalischen Aufzug unter der Führung von Marie Luise Thüne und der Ehrengarde. Karnevalsklassiker erfüllten den Saal und stimmten die Gäste auf die Hauptakte ein. Die Kasteler Musiker, die als Großes Gardenmusikcorps der Mainzer Ranzengarde fungieren, begleiteten die Eisbären bei ihrer vollständigen Karnevalsrevue.
Politische Satire stand im Mittelpunkt, als Gunther Raupach und Bernhard Knab mit scharfsinnigen, pointierten Reden das Publikum begeisterten. Ihre treffsichere Kommentierung des Zeitgeschehens erntete tosendes Klatschen. Unterdessen unterhielt die Familie Wiesmann mit einem komödiantischen Kabarett, das die eigene Ehe auf die Schippe nahm. Jürgen Wiesmann als "Ernst Lustig" und Sabine Wiesmann, die musikalische Leiterin, sorgten mit ihrem humorvollen Persiflage für Lachsalven.
Markus Schönberg, in der Rolle des "Ignaz", widmete den Mainzerinnen und Mainzern eine herzergreifende Hymne. Sein Liebeslied an Brot, Wurst und Wein der Region rührte die Zuschauer und feierte die kulinarische und kulturelle Identität der Stadt. Der junge Pschierer verband freche Scherze mit moralischer Tiefe, während der ältere Pschierer als Bajazz (Hofnarr) seine Meisterschaft in der politisch-literarischen Karnevalstradition unter Beweis stellte.
Die Mainzer Ranzengarde, 1838 als Parodie auf Preußens "Lange Kerls" gegründet, gilt seit jeher als Herzstück des Mainzer Karnevals. Dieser Rosenmontag markierte ihre glanzvollste Sitzung und festigte ihren Ruf als "Mutter aller Garden".
Den Abschluss bildete eine letzte Huldigung an das karnevalistische Erbe der Stadt. Die Auftritte der Eisbären, der Kasteler Musiker und der Familie Pschierer zeigten einmal mehr, wie sehr Mainz Satire, Musik und Gemeinschaft liebt. Die Veranstaltung hinterließ bei den Jecken ein bleibendes Denkmal für den Geist des Mainzer Karnevals.






