31 January 2026, 14:30

Marco Bülow – der ewige Rebell der SPD ist mit 54 Jahren gestorben

Eine Wand mit mutigen, schwarzen Graffiti, die 'Freiheit und Demokratie' lesen, in einem Raum mit einem Geländer unten und einem Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Marco Bülow – der ewige Rebell der SPD ist mit 54 Jahren gestorben

Marco Bülow, langjähriger SPD-Politiker und prominenter Kritiker des linken Flügels, ist im Alter von 54 Jahren verstorben. Bekannt für seine rebellische Haltung innerhalb der Partei, vertrat er 19 Jahre lang Dortmund im Bundestag, bevor er aus Protest gegen die politische Ausrichtung der SPD austrat.

Bülow zog 1998 erstmals in den Bundestag ein, nachdem er im sicheren Dortmunder Wahlkreis ein Direktmandat für die SPD gewonnen hatte. Diese direkte Legitimation ermöglichte es ihm, häufiger gegen die Parteilinie zu verstoßen – ein Umstand, der ihm den Ruf eines "ewigen Rebellen der Linken" einbrachte. Besonders während der Jahre der Großen Koalition geriet er immer wieder in Konflikt mit der Parteiführung, der er vorwarf, die grundlegenden Prinzipien der SPD verraten zu haben.

Ab 2007 wurde seine Kritik öffentlich spürbarer. Er erklärte, die Politik der Partei nicht länger mit gutem Gewissen mittragen zu können. Zehn Jahre später, 2017, verließ er die SPD offiziell und bezeichnete sie unter der Koalitionsregierung als "willkürlich und ohne erkennbare Grundsätze".

Nach seinem Austritt gelang es Bülow nicht, wieder politisch Fuß zu fassen. 2020 trat er kurzzeitig der Satirepartei Die PARTEI bei und kandidierte bei der Dortmunder Wahl 2021, wo er fast neun Prozent der Erststimmen holte – ein Mandat errang er jedoch nicht. Seine politische Karriere nach der SPD blieb begrenzt, und bald zog er sich aus der aktiven Politik zurück.

Während seiner gesamten Amtszeit setzte sich Bülow gegen Lobbyismus ein und kämpfte für eine ökosoziale Transformation. Sein Tod im Januar 2023 folgte einer langen Krankheit.

Sein Austritt aus der SPD veränderte die politische Landschaft Dortmunds nicht spürbar. Weder bei Wählertrends noch in der lokalen Parteidynamik waren nach seinem Rückzug nennenswerte Verschiebungen zu verzeichnen. Seine Karriere endete mit einer einzigen erfolglosen Kandidatur für Die PARTEI, bevor er verstarb.