17 March 2026, 02:11

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für den Kampf um Demokratie in Belarus

Silberne Medaille mit einem Porträt von Karl Marx auf weißem Hintergrund.

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für den Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis in Aachen

Die bekannte belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kalesnikava ist am Samstag in Aachen offiziell mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren langjährigen Einsatz für demokratische Rechte in Belarus sowie ihr Engagement für die europäische Einheit. Kalesnikava, die heute in Deutschland lebt, nahm den Preis vier Jahre nach der ersten Verleihung entgegen – damals saß sie noch wegen politischer Vorwürfe im Gefängnis.

Ursprünglich war Kalesnikava die Auszeichnung bereits 2022 zugesprochen worden, doch erfuhr sie erst später, während ihrer Haft, von der Ehrung. Für sie war der Preis damals ein starkes Zeichen der Solidarität aus Europa. Gemeinsam mit den Mitaktivistinnen Swetlana Tichanowskaja und Veronika Zepkalo, die ebenfalls weiterhin für demokratischen Wandel in Belarus kämpfen, teilte sie sich den Preis in jenem Jahr.

Erst vor wenigen Monaten aus der Haft entlassen, schätzt Kalesnikava ihre Freiheit heute umso mehr. Dennoch begleiten sie die Erinnerungen an die Inhaftierung täglich, da viele ihrer Freunde und Weggefährten noch immer in Gefangenschaft sind. Bei der Feier in Aachen sprach sie von ihrer großen Freude über die Auszeichnung, betonte aber zugleich die Dringlichkeit, sich weiter für diejenigen einzusetzen, die in belarussischen Gefängnissen leiden.

Die Aktivistin lobte Aachen für sein Engagement, Geschichte zu bewahren und an jüngere Generationen weiterzugeben. Sie bleibt überzeugt, dass eine demokratische Zukunft für Belarus möglich ist, und setzt ihre Arbeit gemeinsam mit Zepkalo und Sviatlana Zichanouskaja fort. Seit 2022 wurden jedoch keine konkreten neuen politischen oder zivilgesellschaftlichen Projekte der drei öffentlich bekannt.

Der Karlspreis unterstreicht Kalesnikavas unerschütterlichen Einsatz für Demokratie und europäische Werte. Obwohl sie heute in Freiheit lebt, bleibt ihr Fokus auf die Unterstützung derer gerichtet, die in Belarus noch immer inhaftiert sind. Ihre Auszeichnung erinnert an den anhaltenden Kampf um politische Freiheiten in ihrer Heimat.

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