Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 – doch sie sitzt noch immer in Haft
Olav RuppertSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis 2022 – doch sie sitzt noch immer in Haft
Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, hat endlich den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung war ihr bereits 2022 für ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen zuerkannt worden. In einer feierlichen Zeremonie im historischen Krönungssaal von Aachen wurde der Preis nun offiziell überreicht.
Der Karlspreis würdigt seit 1950 herausragende Verdienste um Europa. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Kolesnikowa wurde 2022 für ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das autoritäre Regime in Belarus ausgewählt.
Ihr Engagement führte 2020 zu ihrer Verhaftung während der Massenproteste gegen Präsident Alexander Lukaschenko. Sie wurde zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Berichte vom März 2026 geben jedoch keine Hinweise auf ihre Freilassung oder Veränderungen der politischen Lage in Belarus.
Trotzdem fand die Preisverleihung in Aachen statt. Kolesnikowa konnte nicht persönlich anwesend sein, da sie weiterhin inhaftiert ist. Die Veranstaltung lenkte die Aufmerksamkeit auf ihren anhaltenden Kampf für demokratische Rechte in Belarus.
Die Ehrung erfolgte in Abwesenheit der Preisträgerin, die ihre Strafe weiterhin verbüßt. Der Karlspreis hält ihre Situation und den größeren Kampf um Demokratie in Belarus weiterhin im öffentlichen Bewusstsein. Seit 2020 gibt es keine bestätigten offiziellen Updates zu ihrem Status.