Marl vereinfacht Auftragsvergabe und stärkt Inklusion mit neuen Regeln ab 2026
Hans-Theo KuhlMarl vereinfacht Auftragsvergabe und stärkt Inklusion mit neuen Regeln ab 2026
Der Stadtrat von Marl hat neue Regeln für die Vergabe von Aufträgen beschlossen, die am 1. Januar 2026 in Kraft treten. Die Änderungen ermöglichen es, Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträge bis zu einem Volumen von 25.000 Euro ohne öffentliche Ausschreibung direkt zu vergeben. Die Verwaltung erwartet, dass dieser Schritt Bürokratie abbauen und lokale Projekte deutlich beschleunigen wird.
Die aktualisierte kommunale Vergabesatzung wurde in der Ratssitzung am 11. Dezember 2025 verabschiedet. Eine zweite Sitzung bestätigte später die entsprechende Verordnung und ebnete damit den Weg für die Reformen. Künftig können Aufträge unter 25.000 Euro ohne wettbewerbliche Ausschreibung vergeben werden – vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen sind erfüllt.
Die Stadt rechnet damit, dass sich die Anzahl der Ausschreibungsverfahren dadurch um bis zu 50 Prozent verringern wird. Bürgermeister Thomas Terhorst begrüßte die Neuerung als "pragmatischen Weg, um Bürokratie zu verringern". Die Änderungen stehen im Einklang mit der überarbeiteten Landesvergabeverordnung von Nordrhein-Westfalen, die ebenfalls im Januar 2026 in Kraft tritt.
Neben den Vergaberegeln hat der Rat Maßnahmen zur Stärkung des Gemeinschaftslebens auf den Weg gebracht. Ein neu eingerichteter Inklusionsbeirat unter Leitung von Tanja Laerbusch vertritt künftig Menschen mit Behinderungen sowie von Behinderung bedrohte Bürgerinnen und Bürger. Zu seinen Aufgaben gehören die Beratung des Rates und die Bekämpfung von Diskriminierung dieser Gruppen.
Zudem wurden die finanziellen Mittel für lokale Initiativen aufgestockt. Die Verwaltung stellt 11.620 Euro für die Unterstützung von Marler Selbsthilfegruppen bereit. Weitere 110.000 Euro sind für freie Träger der Jugendhilfe vorgesehen – vorbehaltlich der endgültigen Genehmigung nach § 82 der Gemeindeordnung.
Die neuen Vergaberegeln vereinfachen die Vergabe kleinerer Aufträge in Marl. Durch den Verzicht auf aufwendige Ausschreibungsverfahren will die Stadt Projekte beschleunigen und administrative Verzögerungen minimieren. Gleichzeitig unterstreichen die erhöhten Fördermittel und Beratungsangebote den verstärkten Fokus auf Gemeinschaftsförderung und Inklusion.