Medienkonzentration in NRW: Zwei Großübernahmen verändern die Zeitungslandschaft
Horst FischerMedienkonzentration in NRW: Zwei Großübernahmen verändern die Zeitungslandschaft
In Nordrhein-Westfalen haben kürzlich zwei bedeutende Zeitungsübernahmen stattgefunden. Ende Februar übernahm die DuMont-Gruppe die Kölnische Rundschau vom Heinen Verlag. Nur wenige Tage später kündigte die Rheinische Post an, mehrere westfälische Tageszeitungen samt ihrer Digitalplattformen zu kaufen.
Durch den Deal der Rheinische Post wird diese zur auflagenstärksten Tageszeitungsgruppe der Region. Dies folgt auf den Erwerb der Kölnische Rundschau durch DuMont – ein Schritt, der die Medienkonzentration in Nordrhein-Westfalen weiter vorantreibt.
Beide Übernahmen verdeutlichen einen wachsenden Trend in der Branche: Immer weniger kleine, unabhängige Verlage stehen immer mächtigeren Medienkonzernen gegenüber. Allerdings hat das Bundeskartellamt bei der Prüfung solcher Fusionen nur begrenzte Spielräume. Seine Bewertung beschränkt sich auf Leserzahlen und Werbemärkte.
Das Amt darf nicht untersuchen, wie sich solche Deals auf die journalistische Vielfalt oder das Meinungsspektrum für die Leser auswirken könnten. Diese Einschränkung bedeutet, dass die regulatorische Genehmigung allein von marktwirtschaftlichen Aspekten abhängt – nicht von redaktionellen Folgen.
Sobald die Übernahmen abgeschlossen sind, werden sie die Medienlandschaft in Nordrhein-Westfalen grundlegend verändern. Die Rheinische Post wird dann den größten Anteil an der Tageszeitungsauflage in der Region halten. Gleichzeitig setzt sich der Branchen-Trend zu weniger, aber größeren Verlagen weiter fort.






