Merz-Regierung verschärft Bürgergeld: Strengere Vermögensgrenzen ab 2026
Ariane HolzapfelMerz-Regierung verschärft Bürgergeld: Strengere Vermögensgrenzen ab 2026
Die Regierung unter Friedrich Merz hat tiefgreifende Änderungen im Grundsicherungssystem auf den Weg gebracht und die Regeln für Vermögensschutz sowie Umzugsverpflichtungen verschärft. Ab 2026 entfällt die bisherige Schonfrist für Ersparnisse vollständig – Empfänger müssen dann strengere finanzielle Grenzen einhalten.
Lokale Behörden zeigen sich jedoch skeptisch, ob die Reform fair und praktikabel umsetzbar ist.
Bisher durften Bezieher von Bürgergeld im ersten Jahr bis zu 40.000 Euro an Vermögen behalten, ohne ihren Anspruch zu verlieren. Der Koalitionsvertrag hatte diese Großzügigkeit bereits infrage gestellt – nun sind die neuen Regeln offiziell in Kraft getreten.
Ab 2026 werden die geschützten Vermögenswerte drastisch gekürzt und nach Alter gestaffelt: - Unter 20-Jährige dürfen nur noch 5.000 Euro behalten, - Empfänger zwischen 21 und 40 Jahren maximal 10.000 Euro. - Für die Altersgruppe ab 41 Jahren liegt die Grenze bei 12.500 Euro, - ab 51 Jahren bei 15.000 Euro.
Auch Bargeld, Aktien oder private Altersvorsorge zählen künftig zu diesen Freigrenzen – es sei denn, sie sind ausdrücklich als "zweckgebunden" gekennzeichnet.
Ein weiterer harter Einschnitt: die "Umzugspflicht ab dem ersten Tag". Betroffene müssen künftig sofort in günstigeren Wohnraum ziehen, sobald dieser verfügbar ist. Ein Beispiel: Ein 43-jähriger Single mit 14.000 Euro Ersparnissen würde unter den neuen Regeln keinen Anspruch mehr auf Leistungen haben.
Trotz des Reformkurses der Bundesregierung zweifeln viele Kommunen daran, dass die Maßnahmen ihre Ziele erreichen. Kritiker befürchten, dass die strengeren Vorgaben besonders einkommensschwache Haushalte und Familien hart treffen, die ohnehin schon am Existenzminimum leben.
Die Reform beseitigt den finanziellen Puffer, der Neuantragstellern bisher den Einstieg in das Sozialsystem erleichterte. Da die Vermögensgrenzen nun altersabhängig sind und die Umzugspflicht von Anfang an gilt, könnten Tausende ihren Anspruch auf Leistungen verlieren.
Die politische Wende bedeutet einen radikalen Bruch mit der bisherigen Flexibilität – und überlässt den lokalen Behörden die Bewältigung der Folgen, während die Frist für 2026 näher rückt.






