Moers bewahrt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Bildungsoffensive
Olav RuppertMoers bewahrt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Bildungsoffensive
Moers setzt ein neues Zeichen für die Bewahrung seines jüdischen Erbes: Mit der Veröffentlichung der Broschüre *"Spuren jüdischen Lebens" ist die Stadt einen weiteren Schritt gegangen. Die Schrift wurde kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vorgestellt, bei der Bürgermeisterin Julia Zupancic ihre Schirmherrschaft über die Initiative bekannt gab. Ziel des Projekts ist es, die jüdische Geschichte der Stadt lebendig zu halten und durch Bildung sowie öffentliche Aufklärung Antisemitismus entgegenzuwirken.
Die jüdische Gemeinde in Moers besaß einst große Bedeutung, insbesondere während der Napoleonischen Ära, als sie im Rur-Departement die größte war. Heute zeugen nur noch wenige sichtbare Spuren von dieser Vergangenheit, etwa der Gedenkbogen der ehemaligen Synagoge. Die neue Broschüre dokumentiert diese Relikte und beleuchtet die frühe Geschichte der Gemeinde, das einstige Gotteshaus sowie die tragischen Deportationen des 20. Jahrhunderts. Erhältlich ist die Publikation für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen der Stadt.
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit engagiert sich seit Langem für Dialog und Erinnerungskultur. Zu den bisherigen Trägern der renommierten Buber-Rosenzweig-Medaille, darunter Heinz Kremers und Nikolaus Schneider, zählen Persönlichkeiten, die sich besonders um diese Arbeit verdient gemacht haben. Die Gesellschaft pflegt zudem enge überregionale Verbindungen – so wurde die Auszeichnung bereits nach Moers geholt.
Ein zentrales Anliegen der Initiative ist die Einbindung junger Generationen. In Zusammenarbeit mit örtlichen Schulen werden derzeit Projekte entwickelt, unterstützt von den Vorstandsmitgliedern Daniel Schirra und Julian Müller. Bürgermeisterin Zupancic betonte erneut ihr Engagement für die Bewahrung des jüdischen Gedächtnisses in Moers und den Kampf gegen Antisemitismus durch kontinuierliche Vorhaben.
Die Veröffentlichung der Broschüre ist ein greifbarer Beitrag, um die jüdische Vergangenheit der Stadt zu dokumentieren und zugänglich zu machen. Mit der Unterstützung der Bürgermeisterin und dem bildungspolitischen Fokus der Gesellschaft soll sichergestellt werden, dass diese Geschichte sichtbar bleibt. Die Schrift steht nun Bürgerinnen und Bürgern sowie Besuchern zur Verfügung – ein weiteres Zeichen für das stete Bemühen Moers' um Erinnerung und Aufklärung.






