Moltkedorf in Willich: 200 Wohnungen geplant – doch Anwohner protestieren gegen Bebauungsdichte
Hans-Theo KuhlMoltkedorf in Willich: 200 Wohnungen geplant – doch Anwohner protestieren gegen Bebauungsdichte
Ein neues Wohnprojekt soll Moltkedorf in Willich grundlegend verändern: Auf einem 2,9 Hektar großen Gelände sind 200 Wohneinheiten geplant. Doch das Vorhaben stößt auf Widerstand bei Anwohnern. Über 150 Menschen haben offiziell Einspruch eingelegt – mit Verweis auf befürchtete Verkehrsprobleme, Lärmbelastung und negative Umweltauswirkungen.
Zudem plant die Stadt, die Flüchtlingsunterkunft in Moltkedorf bis Jahresende zu schließen, um Platz für die Baumaßnahmen zu schaffen.
Die ursprünglichen Pläne für das Quartier sehen eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäusern vor. Die Anlage ist als Hofensemble mit begrünten Freiflächen konzipiert, um ein gesundes Wohnumfeld zu fördern. Der Zugang erfolgt über die Moltkestraße, wobei ein einseitig geführtes Ringsystem alle Gebäude erschließen soll.
Für Parkplätze sind Flächen im Freien, Garagen und möglicherweise eine Tiefgarage vorgesehen. Rad- und Fußwege sollen die Krusestraße mit der Straße An Liffersmühle verbinden und so die Anbindung für künftige Bewohner verbessern.
Doch seit Bekanntwerden der Pläne formiert sich Widerstand: 156 Anwohner reichten eine gemeinsame Stellungnahme ein und fordern einen Stopp des Projekts. Ihre Hauptkritikpunkte sind drohende Verkehrsüberlastung, unzureichende Infrastruktur und die geplante Bebauungsdichte. Besonders monieren sie viergeschossige Gebäude an der Grenze zu Kleingartenanlagen, die bestehende Häuser beschatten würden.
Auch ökologische Bedenken spielen eine zentrale Rolle. Die Anwohner betonen, wie wichtig der Erhalt von Grünflächen für Klimaresilienz und Lebensqualität sei. Gefordert werden ein aktualisiertes Umweltgutachten sowie wirksamere Maßnahmen gegen Lärm und Verkehrsprobleme.
Trotz der Proteste treibt die Stadt das Projekt voran und bereitet gleichzeitig die Schließung der Flüchtlingsunterkunft bis Dezember vor.
Das Moltkedorf-Wohnprojekt bleibt umstritten: Während die Anwohner weitreichende Änderungen vor Baubeginn einfordern, hat die Stadt auf die offiziellen Einsprüche noch nicht reagiert – hält aber an den Plänen für die Schließung der Unterkunft und den Baustart fest. Wird das Vorhaben wie geplant umgesetzt, entstehen in Willich 200 neue Wohnungen sowie verbesserte Verkehrsanbindungen und Grünflächen.






