06 February 2026, 06:18

Mönchengladbach wird Vorreiter bei der Ganztagsbetreuung für Grundschüler

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Gruppe von Kindern, die vor einem Gebäude mit einer Tür und Säulen stehen, mit dem Text "Erste Klasse" unten.

Mönchengladbach wird Vorreiter bei der Ganztagsbetreuung für Grundschüler

Mönchengladbach, auch bekannt als Gladbach, plant, die Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder schneller auszubauen als jede andere Stadt in Nordrhein-Westfalen. Der Stadtrat hat Pläne vorgestellt, bereits vor der gesetzlichen Pflicht ab dem Schuljahr 2026/27 eine ganztägige Betreuung für Schüler der ersten bis vierten Klasse anzubieten. Die Strategie wurde diese Woche dem Jugendhilfeausschuss präsentiert; die endgültige Entscheidung soll im März fallen.

Laut aktuellem Vorschlag der Stadt verliert kein Kind, das derzeit in der offenen Ganztagsbetreuung ist, seinen Platz während der Expansion. Um die steigende Nachfrage zu decken, wird die Annaschule – die letzte Grundschule ohne Ganztagsbetrieb – mit neuen Kücheneinrichtungen, einer größeren Mensa und flexiblen Mehrzweckräumen aufgerüstet.

Bis zum Schuljahr 2026/27 strebt Mönchengladbach an, 75 Prozent der Erstklässler ganztägig zu betreuen – insgesamt 2.175 zusätzliche Plätze. Rund 1.310 davon sind Neuaufnahmen, für die monatlich über 1.000 Euro pro Platz veranschlagt werden. Die jährlichen Mehrkosten belaufen sich auf über eine Million Euro, eine Last, die die Stadt nicht allein den lokalen Steuerzahlern aufbürden will.

Mönchengladbach hat sich sieben weiteren Kommunen angeschlossen, die gegen die als unzureichend empfundene Landesförderung protestieren. Zwar geben 62 Prozent der Schulleitungen in Nordrhein-Westfalen an, zuversichtlich zu sein, die Vorgaben bis 2026 zu erfüllen – doch Herausforderungen wie Personalmangel und Platzknappheit bleiben bestehen. Der Stadtplan wird am 4. März zur Abstimmung in den vollen Rat eingebracht.

Bei einer Zustimmung würde der Ausbau Mönchengladbach zur Vorreiterin der ganztägigen Grundschulbetreuung im Land machen. Die Investitionen konzentrieren sich auf Infrastruktur und Personal, während die Finanzierungsstreitigkeiten mit der Landesregierung anhalten. Die finale Entscheidung liegt im nächsten Monat beim Stadtrat.