National Express rettet NRW-Regionalzüge mit neuem Millionen-Deal und kürzeren Verträgen
Ariane HolzapfelNational Express rettet NRW-Regionalzüge mit neuem Millionen-Deal und kürzeren Verträgen
National Express und die Verkehrsbehörden in Nordrhein-Westfalen haben eine neue Vereinbarung getroffen, um die angeschlagenen Regionalzugverbindungen zu stabilisieren. Das Abkommen zielt darauf ab, die finanziellen Verluste zu verringern und gleichzeitig die Zuverlässigkeit für Fahrgäste auf den wichtigsten Strecken zu verbessern.
Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Belastungen für den Sektor, die durch steigende Kosten, Personalmangel und starken Wettbewerb verursacht werden.
Laut den überarbeiteten Bedingungen entfallen künftig automatische Strafzahlungen für National Express bei Verspätungen, die auf Bauarbeiten an der Infrastruktur zurückgehen. Diese Anpassung soll die finanzielle Belastung des Betreibers verringern und dazu beitragen, die jüngsten wilden Streiks zu beenden.
Die beiden defizitären Linien RE7 und RB48 werden nun von der National Express Rail GmbH mit einer verkürzten Vertragslaufzeit betrieben. Statt bis 2030 zu verkehren, endet der Betrieb dieser Verbindungen bereits 2027. Gleichzeitig werden die profitableren RRX-Linien bis 2035 verlängert.
Die Verkehrsverbünde, darunter der VRR, stellen zusätzliche 200 Millionen Euro bereit, um die Zuverlässigkeit der Züge zu erhöhen. Die Mittel sollen National Express dabei unterstützen, den Betrieb aufrechtzuerhalten – insbesondere im RRX-Netz. Behördenvertreter bestätigten, dass die Änderungen auf bestehenden Vertragsmechanismen basieren und rechtlich einwandfrei sind.
Der Schienenpersonennahverkehr in NRW steht seit Langem vor großen Herausforderungen: So hatte Abellio Anfang 2022 Insolvenz angemeldet. National Express ist der jüngste Betreiber, der unter den steigenden Energiekosten, Personalengpässen und dem harten Wettbewerb leidet.
Die neue Vereinbarung reduziert die Verluste für National Express und sichert gleichzeitig eine bessere Stabilität für die Fahrgäste. Mit den zusätzlichen Finanzmitteln und den angepassten Vertragsbedingungen kann sich das Unternehmen nun auf die Leistungsverbesserung in seinem gesamten Netz konzentrieren. Die Änderungen treten sofort in Kraft; die Verkehrsbehörden werden die Umsetzung eng begleiten.