Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Vakanz
Horst FischerNach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident für das Oberverwaltungsgericht Münster nach jahrelanger Vakanz
Carsten Günther hat das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichtes Münster übernommen. Seine Ernennung schließt eine Führungslücke, die seit dem Ruhestand der bisherigen Präsidentin Ricarda Brandts im Jahr 2021 über vier Jahre bestand. Das Gericht war in dieser Zeit ohne ständige Leitung geblieben, da es langwierige Streitigkeiten über das Auswahlverfahren gab.
Günthers juristische Laufbahn begann am Verwaltungsgericht Köln. Später sammelte er Erfahrungen durch Abordnungen ins Bundesjustizministerium und ins Justizministerium von Nordrhein-Westfalen. Zwischen 2007 und 2010 arbeitete er bereits am Oberverwaltungsgericht Münster selbst.
Bevor er nach Münster zurückkehrte, war Günther als Richter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig und am Verwaltungsgericht Düsseldorf tätig. Sein vielseitiger Werdegang umfasst Positionen in der Landes- und Bundesjustiz.
Die Verzögerung bei der Neubesetzung der Präsidentschaft resultierte aus einem erbitterten juristischen und politischen Streit. Mehrere Gerichte waren in die Auseinandersetzung eingebunden, und eine parlamentarische Anfrage erschwerte den Prozess zusätzlich. In der Zwischenzeit leiteten zwei Vizepräsidenten das Gericht und bearbeiteten bedeutende Verfahren, darunter die Klage der AfD gegen ihre Einstufung durch den Verfassungsschutz.
Nach Jahren der Unsicherheit hat das Gericht nun wieder eine dauerhafte Führung. Günthers langjährige Erfahrung in Münster und in verschiedenen Ebenen der Justiz verleiht der Institution Stabilität. Seine Amtszeit beginnt, ohne dass zunächst Änderungen in laufenden Verfahren – etwa den Rechtsstreitigkeiten der AfD – angekündigt wurden.






