NRW-Arbeitgeber fordern radikale Gesundheitsreform mit Praxisgebühren und höheren Zuzahlungen
Hans-Theo KuhlNRW-Arbeitgeber fordern radikale Gesundheitsreform mit Praxisgebühren und höheren Zuzahlungen
Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen drängen auf grundlegende Reformen des Gesundheitssystems
Johannes Pöttering, Vorsitzender der Vereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) in NRW, warnt, dass die steigenden Kosten die Sozialabgaben in den nächsten zehn Jahren auf fast 50 Prozent treiben könnten. Seine Vorschläge umfassen die Wiedereinführung von Praxisgebühren sowie höhere Zuzahlungen für Medikamente, um die finanzielle Belastung des Systems zu verringern.
Pöttering fordert die Rückkehr der einst abgeschafften 10-Euro-Gebühr für Arztbesuche. Zudem plädiert er für höhere Eigenbeteiligungen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, die derzeit zwischen 5 und 10 Euro liegen. Unter Berücksichtigung der Inflation seit 2004 könnten diese Sätze laut Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) nun auf 7,50 bzw. 15 Euro angehoben werden.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern – mit Ausnahme des Elterngeldbezugs. Pöttering argumentiert, dass solche Reformen die Eigenverantwortung stärken und die explodierenden Gesundheitskosten bremsen würden.
Ohne Gegenmaßnahmen drohe ein Anstieg der gesetzlichen Krankenversicherungsbeiträge auf 20 Prozent, warnt er. Zusammen mit den erwarteten Erhöhungen bei Renten- und Arbeitslosenversicherung könnte die Gesamtbelastung für Beschäftigte bald untragbar werden.
Die Arbeitgeberverbände betonen, dass diese Schritte notwendig seien, um eine Finanzierungskrise abzuwenden und die Beitragssätze langfristig zu stabilisieren. Pötterings Pläne sehen neben Praxisgebühren und höheren Medikamentenzuzahlungen auch strengere Regeln für die Familienversicherung vor. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würde dies einen deutlichen Wandel hin zu mehr individueller Kostenbeteiligung im Gesundheitswesen bedeuten. Ziel ist es, den Beitragsanstieg zu bremsen und eine prognostizierte Sozialabgabenlast von 50 Prozent im nächsten Jahrzehnt zu vermeiden.






