06 February 2026, 22:33

NRW deckt Kindergeldbetrug auf: 100.000 Euro Rückforderungen durch Initiative MISSIMO

Eine Werbung aus vergangenen Zeiten für die Germania Feuerversicherungs-AG, die ein zentrales Bild einer Frau zeigt, mit Texten, die die Dienstleistungen der Gesellschaft beschreiben.

NRW deckt Kindergeldbetrug auf: 100.000 Euro Rückforderungen durch Initiative MISSIMO

Nordrhein-Westfalen geht mit neuer Initiative gegen Kindergeldbetrug vor

Unter dem Namen "MISSIMO" bündeln Kommunen, Polizei und Jobcenter in Nordrhein-Westfalen ihre Kräfte, um falsche Kindergeldansprüche aufzudecken. Bisher wurden 13 Fälle identifiziert, in denen Kinder nicht an ihrer gemeldeten Adresse lebten – was zu Rückforderungsbescheiden und gestoppten Zahlungen in Höhe von über 100.000 Euro führte.

Das Pilotprojekt startete im Kreis Düren, um Betrug bei Kindergeldleistungen zu bekämpfen. Die Behörden prüfen, ob die Kinder, für die Leistungen beantragt werden, tatsächlich in Deutschland leben. Denn Familien verlieren den Anspruch, wenn ein Kind länger als sechs Monate im Ausland bleibt. Alarmzeichen sind etwa fehlende Schulnachweise, ausbleibende Vorsorgeuntersuchungen oder fehlende Meldebestätigungen.

In der ersten Phase wurden 13 Fälle mit 32 betroffenen Kindern aufgedeckt. Eine Familie muss nun rund 16.000 Euro zurückzahlen, anderen wurden weitere Zahlungen gestrichen. Da falsche Angaben als Steuerhinterziehung gelten, leiteten die Behörden in allen Fällen strafrechtliche Ermittlungen ein.

Bis Februar 2026 hatten sich 15 Kommunen dem Projekt angeschlossen, acht weitere – darunter Dortmund, Münster und der Rhein-Sieg-Kreis – testen es oder bereiten die Einführung vor. Ziel ist es, missbräuchlich verwendete Gelder zurückzufordern, zukünftigen Betrug zu verhindern und ehrliche Steuerzahler zu entlasten.

Bereits jetzt konnten sechsstellige Auszahlungen verhindert und Rückforderungen eingeleitet werden. Mit der Ausweitung auf weitere Städte wollen die Behörden die Kontrollen ausbauen und die Überwachung verschärfen. Falschangaben werden weiterhin als Steuerhinterziehung verfolgt – mit rechtlichen Konsequenzen für die Täter.