NRW fehlen 376.000 Wohnungen – die Krise spitzt sich dramatisch zu
Hans-Theo KuhlStudie: Fehlen 376.000 Wohnungen in NRW - NRW fehlen 376.000 Wohnungen – die Krise spitzt sich dramatisch zu
Nordrhein-Westfalen steht vor einer dramatischen Wohnungsnot – 376.000 Wohnungen fehlen
Nordrhein-Westfalen (NRW) kämpft mit einer schweren Wohnungsnot, die Ausmaße angenommen hat wie zuletzt in den frühen 1990er-Jahren. Schätzungen zufolge fehlen rund 376.000 Wohnungen, was viele Bewohner:innen vor immense Probleme stellt, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Besonders betroffen sind junge Menschen und ältere Generationen, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung des Pestel-Instituts, in Auftrag gegeben vom "Bündnis für bezahlbaren Wohnraum", offenbart das ganze Ausmaß der Krise. Das Bündnis – ein Zusammenschluss aus dem Deutschen Mieterbund, der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Gesellschaft der Stein- und Wohnungsbaukunst – fordert einen beschleunigten Wohnungsbau und mehr sozialen Wohnungsbau. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Um den Bedarf bis 2030 zu decken, müsste NRW jährlich etwa 94.000 neue Wohnungen errichten.
Doch die Entwicklung stockt. 2024 wurden in der Region nur 41.000 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Selbst in ländlichen Gebieten wie dem Münsterland, wo Wohnungsmangel einst selten war, verschärft sich die Lage. Gleichzeitig schrumpft der Bestand an geförderten Wohnungen: 2024 gab es in NRW noch rund 409.000 sozial gebundene Wohnungen, doch viele davon verlieren bis Ende des Jahrzehnts ihre Mietpreisbremse. Das Bündnis warnt: Ohne sofortiges Handeln wird sich die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage weiter vergrößern. Besonders der soziale Wohnungsbau bleibt chronisch unterversorgt – mit gravierenden Folgen für einkommensschwache Haushalte.
Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit einer Kehrtwende in der Wohnungsbaupolitik NRWs. Wenn die Bauzahlen nicht nahezu verdoppelt werden, bleibt das Defizit bestehen – und Tausende bleiben ohne sicheren Wohnraum. Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum fordert weiterhin entschlossene Maßnahmen, um den sozialen Wohnungsbau auszubauen und den Wohnungsneubau in der gesamten Region zu beschleunigen.