NRW gedenkt sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau
Ariane HolzapfelNRW gedenkt sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau
Sechs Jahre nach einem der schwersten rechtsextremen Anschläge Deutschlands haben Städte in Nordrhein-Westfalen (NRW) der Opfer gedacht. Am 19. Februar 2020 ermordete ein rassistischer Attentäter in Hanau neun Menschen, bevor er seine Mutter tötete und sich selbst das Leben nahm. Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen zogen an mehreren Orten zahlreiche Teilnehmer an, die der Verstorbenen gedachten und Gerechtigkeit forderten.
Der Anschlag ereignete sich am Abend des 19. Februar 2020. Ein Rechtsextremist nahm zwei Shisha-Bars in Hanau ins Visier und erschoss aus rassistischer Hassmotivation neun Menschen. Nach den Morden kehrte er in seine Wohnung zurück, erschoss seine Mutter und beging anschließend Suizid.
Die Folgen der Tat wirken bis heute nach. Im Januar 2023 starb ein weiteres Opfer an den Spätfolgen der bei dem Anschlag erlittenen Verletzungen. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf elf.
Anlässlich des sechsten Jahrestags fanden in ganz NRW Gedenkveranstaltungen statt. In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung und einem Marsch, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Sie forderten Konsequenzen für die Täter und ein Ende der rechtsextremen Gewalt. Unterdessen zogen in Köln fast 1000 Teilnehmer durch die Stadt, um bei einem Gedenkmarsch der Opfer zu gedenken.
Auch andere Städte gedachten der Opfer. In Bochum wählte das Integrationsbüro bewusst ein Ausgehviertel als Ort der Erinnerung – ein Symbol für den Kontrast zwischen Lebensfreude und Tragödie. Ähnliche Versammlungen gab es in Münster und Dortmund, wo sich die Gemeinschaften zusammenschlossen, um der Opfer zu gedenken und die Angehörigen zu unterstützen.
Der Anschlag von Hanau bleibt einer der tödlichsten rechtsterroristischen Akte der jüngeren deutschen Geschichte. Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen unterstrichen die Forderung nach Gerechtigkeit und Solidarität mit den Betroffenen. In ganz NRW wird das Andenken an die Opfer wachgehalten – damit sie nicht in Vergessenheit geraten.






