NRW-Polizei rüstet sich mit OSINT-Teams gegen Cyberkriminalität auf
Ariane HolzapfelNRW-Polizei rüstet sich mit OSINT-Teams gegen Cyberkriminalität auf
Nordrhein-Westfalens Polizei stärkt digitale Ermittlungskompetenz mit großem OSINT-Ausbau
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen baut ihre Fähigkeiten zur Bekämpfung von Cyberkriminalität massiv aus – mit einem Schwerpunkt auf Open Source Intelligence (OSINT). Im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“ werden Beamte landesweit darin geschult, öffentlich zugängliche Daten aus dem Internet zu sammeln und auszuwerten. Dazu wurden neue Teams gebildet und bestehende Einheiten erweitert, um die digitalen Ermittlungskapazitäten der Behörden zu stärken.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat unter der Leitung von Fabian Coenen seinen OSINT-Bereich deutlich ausgebaut. Coenen leitet die Abteilung 22.2, die sich auf politisch motivierte Kriminalität spezialisiert hat. Sein Team ist von einst zwei Mitarbeitern auf 16 Fachkräfte angewachsen, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Erst kürzlich kamen sechs neue Beamte hinzu, nachdem das LKA zehn zusätzliche Stellen geschaffen hatte. Landesweit sind mittlerweile fast 100 Polizisten in sechs Regionalbehörden in die OSINT-Arbeit eingebunden.
Am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss unterrichtet der 37-jährige Regierungsangestellte Marc Restemeyer OSINT-Methoden. Zu seinen Aufgaben gehört die Schulung von LKA-Nachwuchskräften sowie von Beamten, die in den „Digitalen Streifen“ der sechs Regionalpolizeien eingesetzt werden. Ziel ist es, Ermittlern den Zugang zu verstreutem Wissen zu ermöglichen und den Austausch zu optimieren.
Ein neues Gesicht in Coenens Team ist die 28-jährige Polizistin Laura Ellrich. Sie stieg 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA ein und wechselte im Herbst 2024 in die OSINT-Einheit. In Köln leitet unterdessen Swen Schubert die größte OSINT-Abteilung im „Digitalen Streifen“-Netzwerk – mit 18 festen Stellen.
Der Ausbau der OSINT-Teams und Schulungsprogramme markiert einen grundlegenden Wandel in der digitalen Ermittlungsarbeit der nordrhein-westfälischen Polizei. Mit mehr geschulten Beamten und neuen Spezialeinheiten ist die Behörde nun besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu begegnen. Die strukturierte Zusammenarbeit im Rahmen des „Digitalen Streifen“-Projekts sorgt dafür, dass Wissen und Ressourcen effizient im gesamten Land geteilt werden.






