11 February 2026, 18:30

NRW-Reform hebt Lehrergehälter an – doch Führungspositionen bleiben leer aus

John Bull sitzt an einem Tisch mit Hut und Papieren und spricht mit einem Schulmeister, mit einer Tür und einem Papier an der Wand im Hintergrund.

NRW-Reform hebt Lehrergehälter an – doch Führungspositionen bleiben leer aus

Gehaltsreform in Nordrhein-Westfalen: Höhere Einstiegsgehälter für Grund- und Hauptschullehrer – aber Kritik an fehlender Würdigung von Führungspositionen

Ab August 2026 wird eine neue Besoldungsreform in Nordrhein-Westfalen die Einstiegsgehälter von Grund- und Hauptschullehrer:innen auf die Besoldungsgruppe A13 anheben und sie damit an die Bezüge von Gymnasiallehrkräften angleichen. Doch die Reform stößt auf Kritik, weil sie Führungs- und Funktionsstellen ignoriert – und damit zentrale Positionen finanziell unberücksichtigt lässt.

Im Mittelpunkt der Reform steht die Angleichung der Einstiegsgehälter für Lehrkräfte aller Schulformen. Bisher begannen Grund- und Hauptschullehrer:innen in niedrigeren Besoldungsgruppen, doch die Anpassung soll die gleichwertige Bedeutung aller Lehrtätigkeiten widerspiegeln. Gleichzeitig erhoffen sich die Verantwortlichen, damit die Personalsituation an diesen Schulen zu verbessern.

Führungspositionen und Funktionsstellen gehen leer aus Allerdings sieht die Reform keine Gehaltserhöhungen für Beförderungsämter, Funktionsstellen oder Schulleitungen vor. Gewerkschaften warnen vor neuen Ungerechtigkeiten, da Lehrkräfte in diesen unverzichtbaren Rollen keine zusätzliche finanzielle Anerkennung erhalten. Auch Oppositionsparteien schließen sich der Kritik an: Unattraktive Gehälter machten Führungspositionen zunehmend schwer besetzbar.

Die Gewerkschaften fordern nun bis 2027 eine umfassendere Reform. Ihre Kernpunkte: faire Karrierewege, klarere Haushaltssicherungen sowie bessere Bezahlung für Schulleiter:innen und Stellvertreter:innen. Die SPD verweist auf die aktuell rund 1.200 unbesetzten Führungsstellen im Land – ein direktes Ergebnis der bisherigen Gehaltsstruktur.

Reform könnte Aufstiegsanreize mindern Ohne Nachbesserungen droht die Reform, Beförderungsämter abzuwerten. Einige Lehrkräfte könnten feststellen, dass ihr Einstiegsgehalt bereits dem ersten Beförderungsstufen entspricht – und damit der Anreiz für berufliche Weiterentwicklung entfällt.

Während die Gehaltsreform ab 2026 Tausenden Lehrkräften in Nordrhein-Westfalen höhere Einstiegsgehälter bringt, bleiben Führungs- und Funktionsstellen weiterhin unterfinanziert. Gewerkschaften und Opposition bestehen auf einer grundlegenden Überprüfung, um diese Lücken zu schließen.