29 December 2025, 04:25

NRW setzt auf Medizinische Versorgungszentren gegen den wachsenden Hausärztemangel

Ein Krankenhauszimmer mit mehreren Betten, auf denen Patienten liegen, Infusionsflaschen auf Ständern zwischen den Betten und eine Frau mit einer Tasche in der Nähe eines Patienten.

NRW setzt auf Medizinische Versorgungszentren gegen den wachsenden Hausärztemangel

Nordrhein-Westfalen plant Förderung neuer Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) zur Bekämpfung des Hausärztemangels

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen bereitet die Finanzierung neuer Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) vor, um der zunehmenden Knappheit an Hausärzten entgegenzuwirken. Das unter Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) stehende Ministerium will damit die Versorgung verbessern – angesichts immer längerer Wartezeiten auf Arzttermine in weiten Teilen des Landes.

Aktuell werden neue Förderrichtlinien ausgearbeitet, die die Gründung solcher Zentren unterstützen sollen. Finanzielle Hilfen sollen dabei nicht nur öffentlichen Trägern, sondern auch kommerziellen Ärztenetzen mit privater Investorenbeteiligung offenstehen. Laumann betont jedoch deutlich seine Präferenz: Die Kontrolle über die MVZ sollte bei Ärzten und Pflegekräften liegen und nicht bei externen Investoren.

Im Fokus der Förderung stehen Regionen, die als besonders unterversorgt gelten – darunter ländliche Kreise und bestimmte Stadtteile. Zwar liegt noch keine vollständige Liste der Zielgebiete vor, doch der Handlungsdruck ist groß: Viele Mediziner stehen kurz vor der Rente, und der Mangel an Allgemeinmedizinern droht sich weiter zu verschärfen. MVZ gelten als Teil der Lösung, da sie fest angestellte Positionen und flexible Teilzeitmodelle bieten – ein attraktives Modell vor allem für jüngere Ärztinnen und Ärzte. Eine endgültige Entscheidung über das Förderprogramm wird noch vor Weihnachten erwartet.

Falls die Mittel bewilligt werden, sollen sie den Aufbau weiterer Versorgungszentren in unterversorgten Gebieten beschleunigen. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Patientinnen und Patienten zunehmend Schwierigkeiten haben, Termine bei Haus- oder Fachärzten zu bekommen. Das Land hofft, mit der Initiative die Belastung des Gesundheitssystems in den kommenden Jahren zu verringern.