NRW startet digitale Prüfungsplattform nach Abitur-Chaos 2023
Nordrhein-Westfalen führt in diesem Jahr eine neue digitale Plattform für Prüfungsunterlagen in der gymnasialen Oberstufe ein. Die Maßnahme folgt auf einen schweren technischen Zwischenfall im Jahr 2023, der zu Verzögerungen bei den schriftlichen Abiturprüfungen führte. Den Zuschlag für die Umsetzung erhielt nach einer europaweiten Ausschreibung die Münchner Firma Liongate AG.
Das bisherige System des Landes zur Verteilung zentraler Prüfungsaufgaben war vor zwei Jahren an seine Grenzen gestoßen. Ein Download-Fehler hatte damals flächendeckende Störungen verursacht und die Behörden gezwungen, die schriftlichen Abiturprüfungen zu verschieben. Der Vorfall löste eine Überprüfung des bestehenden Vertrags aus, dessen Laufzeit ohnehin bald endete.
In einem neuen Vergabeverfahren setzte sich schließlich die Liongate AG durch. deren Plattform zunächst im Herbst 2025 an Volkshochschulen erprobt wurde. Die Testphase bestätigte die Zuverlässigkeit des Systems, bevor es nun schrittweise ausgeweitet wird.
Der diesjährige Abiturjahrgang fällt mit etwa 5.700 Prüflingen kleiner aus als üblich. Die geringere Zahl ist eine Folge des laufenden Übergangs vom G8- zum G9-Schulsystem, das die Abschlusszeitpunkte verschiebt.
Ziel der neuen Lösung ist es, erneute Pannen zu vermeiden und einen reibungslosen Ablauf der Prüfungen zu gewährleisten. Die Schulen laden die Unterlagen künftig über die Plattform der Liongate AG herunter, die sich bereits in der Erwachsenenbildung bewährt hat. Die Umstellung ist Teil umfassender Bestrebungen, die Prüfungslogistik im Land zu modernisieren.