NRW wird zum unangefochtenen Zentrum der Filmproduktion in Deutschland
Horst FischerStudie: NRW ist die Nummer Eins in der TV-Produktionsbranche - NRW wird zum unangefochtenen Zentrum der Filmproduktion in Deutschland
Film- und Fernsehproduktion in Deutschland verzeichnet leichten Rückgang – doch ein Bundesland sticht hervor
Die deutsche Film- und Fernsehproduktion hat im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang verzeichnet. Die Gesamtzahl der produzierten Minuten sank 2024 im Vergleich zu 2022 um 3 Prozent. Doch eine Region entwickelte sich unangefochten zum führenden Zentrum der Content-Produktion: Nordrhein-Westfalen (NRW).
NRW dominierte 2024 die deutsche Produktionslandschaft und steuerte 44 Prozent aller gedrehten Inhalte bei – ein Anstieg um zwei Prozentpunkte gegenüber 2022. Das Mediencluster des Landes ist vor allem in Köln konzentriert, wo 158 Produktionsfirmen ansässig sind. Zu den wichtigsten Akteuren zählen IT-V Studios Deutschland, die deutsche Tochter von Warner Bros. sowie Ufa Show & Factual.
Rund 2,9 Milliarden Euro flossen 2023 von den Sendern in deutsche Film- und Fernsehprojekte. Davon entfielen 1,2 Milliarden Euro direkt auf Vorhaben mit NRW-Bezug. Die Region ließ Konkurrenten wie Bayern, das 19 Prozent der Produktionsminuten beisteuerte, und Berlin mit 13 Prozent deutlich hinter sich.
Hinter diesem Wandel steht der Boom bei Streaming-Inhalten, der 2024 weiter an Fahrt aufnahm. Plattformen trieben die Nachfrage voran und veranlassten Produzenten, ihre Kapazitäten auszubauen. Gleichzeitig treten bald neue Vorschriften in Kraft, die Rundfunkanstalten und Streamingdienste zu höheren Investitionen in europäische Produktionen verpflichten. Auch die Bundesregierung unterstützt die Branche mit zusätzlichen 120 Millionen Euro für die Filmförderung.
Trotz der starken Position NRWs ging die Gesamtzahl der Produktionsminuten in Deutschland zurück. Der Rückgang um 3 Prozent spiegelt branchenweite Herausforderungen wider – selbst in einer Zeit, in der Schlüssregionen wie NRW ihre Dominanz ausbauen.
NRW bleibt mit fast der Hälfte aller gedrehten Inhalte das unangefochtene Produktionszentrum Deutschlands. Das Wachstum der Region steht im Kontrast zum bundesweiten Rückgang und wird durch hohe Investitionen sowie ein dichtes Netz an Produktionsfirmen gestützt. Angesichts steigender Fördergelder und wachsender Streaming-Nachfrage steht die Branche vor neuen Chancen – aber auch vor veränderten Anforderungen in den kommenden Jahren.