29 January 2026, 22:29

Nur 15,1 Prozent der Studierenden erhalten 2024 noch staatliche Förderung – Experten schlagen Alarm

Ein Plakat mit Text über das Engagement der Biden-Harris-Regierung für die Entlastung von Studentenkrediten, Systemreparaturen und erschwingliche Colleges, mit einem Logo unten.

Studie: Nachfrage nach staatlich finanzierter Studienförderung sinkt weiter - Nur 15,1 Prozent der Studierenden erhalten 2024 noch staatliche Förderung – Experten schlagen Alarm

Im Jahr 2024 haben in Deutschland weniger Studierende staatliche finanzielle Unterstützung erhalten als in den Vorjahren. Aktuelle Zahlen zeigen, dass nur 15,1 Prozent Fördermittel wie BAföG-Zuschüsse, Stipendien oder staatlich geförderte Kredite in Anspruch nahmen. Expertinnen und Experten warnen, dass dieser Rückgang bestehende Probleme im Hochschulbereich weiter verschärfen könnte.

Im vergangenen Jahr waren rund 326.000 Studierende – das entspricht 11,4 Prozent der Gesamtzahl – auf BAföG angewiesen, die wichtigste staatliche Förderleistung in Deutschland. Weitere 44.000 nahmen staatlich verbürgte Kredite auf, während 69.000 ein Stipendium erhielten. Zusammen deckten diese Fördermöglichkeiten lediglich 15,1 Prozent aller Studierenden ab – ein Rückgang um 1,7 Prozentpunkte im Vergleich zu 2023. Eine Ausnahme bildete das Deutschlandstipendium, das einen leichten Anstieg verzeichnete.

Besonders prekär war die Situation in Thüringen: Dort finanzierten etwa 90 Prozent der Studierenden ihr Studium aus eigener Tasche, mit kaum Unterstützung durch öffentliche Programme. Ulrich Müller, Leiter der politischen Analyse beim CHE Centrum für Hochschulentwicklung, bezeichnete das System als 'kaputt'. Er argumentierte, dass die unzureichende Förderung Studierende zwinge, lange Arbeitszeiten zu absolvieren, was die Studiendauer verlängere und das Risiko von Abbrüchen erhöhe.

Müller wies zudem auf weiterreichende Folgen hin: Ohne stabile Finanzierung könnten viele Studierende sich nicht ausreichend auf ihr Studium konzentrieren oder ihren Studiengang frei wählen. Die Konsequenz, so seine Warnung, könnten mehr Verzögerungen, weniger Absolventinnen und Absolventen sowie eine wachsende Ungleichheit beim Zugang zu Bildung sein.

Die Daten für 2024 bestätigen den anhaltenden Abwärtstrend bei der staatlichen Studienförderung. Da weniger als jeder sechste Studierende Unterstützung erhält, steigt der Druck auf private Ersparnisse und Nebenjobs. Die Verantwortlichen sehen sich nun mit Forderungen nach einer Reform der Förderstrukturen konfrontiert, bevor sich die Auswirkungen auf Studienqualität und Abschlussquoten weiter verschlechtern.