Orange Bank in Bergisch Gladbach: Ein stummer Schrei gegen Gewalt an Frauen
Horst FischerOrange Bank in Bergisch Gladbach: Ein stummer Schrei gegen Gewalt an Frauen
Eine leuchtend orangefarbene Bank steht nun dauerhaft in der Buchmühlenstraße in Bergisch Gladbach. Die Installation dient als sichtbarer Protest gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und markiert die Beteiligung der Stadt an einer bundesweiten Kampagne, die sich mit diesem wachsenden Problem in Deutschland** auseinandersetzt.
Die Bank entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Allgemeinen Frauenberatungszentrum für den Rheinisch-Bergischen Kreis und dem Büro für Gleichstellung der Stadt. Sie ist Teil der UN-Initiative Orange the World, die jährlich vom 25. November bis zum 10. Dezember stattfindet. Die Kampagne macht darauf aufmerksam, dass Gewalt gegen Frauen nach wie vor eine tägliche Realität ist.
Bei der Enthüllung verwies Judith Klaßen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach, auf alarmierende Zahlen: Allein 2022 wurden in Deutschland rund 266.000 Opfer häuslicher Gewalt registriert. Magdalene Holthaus vom Frauenberatungszentrum betonte, dass solche Übergriffe kein privates, sondern ein gesellschaftliches Versagen seien, das gemeinsames Handeln erfordere. Die SPD-Politikerin Tülay Durdu, Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen, wies auf Lücken in den Unterstützungssystemen hin: 2023 wurden drei von vier schutzsuchenden Frauen wegen Platzmangels abgewiesen. Sie forderte einen dringenden Ausbau von Frauenhäusern und Beratungsstellen, um der Nachfrage gerecht zu werden.
Mit ihrer auffälligen Farbe und zentraler Lage soll die Bank Gespräche anregen. Die Initiator:innen hoffen, dass sie Passant:innen daran erinnert, dass Gewalt gegen Frauen weiterhin existiert – und dass die Gesellschaft mit konkreten Maßnahmen reagieren muss.
Die Orange Bank bleibt als festes Symbol in Bergisch Gladbach erhalten und unterstreicht damit den Einsatz der Stadt gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Ihre Aufstellung ist Teil umfassender Bestrebungen, den Schutz und die Hilfsangebote für gefährdete Frauen zu verbessern. Die Behörden haben signalisiert, dass weitere Schritte folgen könnten, um das Problem anzugehen.