Piers Morgan greift SXSW London an: "Zu wenig Einsatz für Meinungsfreiheit"
Hans-Theo KuhlPiers Morgan greift SXSW London an: "Zu wenig Einsatz für Meinungsfreiheit"
Piers Morgan hat die Veranstalter des SXSW London scharf kritisiert, weil sie sich seiner Meinung nach nicht ausreichend für die Meinungsfreiheit eingesetzt haben, nachdem der politische Kommentator Cenk Uygur die Einreise nach Großbritannien verweigert wurde. Die Organisatoren betonten zwar ihre Verpflichtung zu einem offenen Dialog, wiesen jedoch darauf hin, dass die Entscheidung über Einreiseverbote beim Innenministerium liege.
Morgan äußerte sich zudem besorgt über die zunehmende Verbreitung von KI-generierten Deepfakes, die sein Erscheinungsbild nutzen. Selbst seine eigene Mutter sei auf ein gefälschtes Video hereingefallen, gab er zu.
Der Streit hatte begonnen, als Uygur und sein Neffe Hasan Piker von Auftritten beim SXSW London ausgeschlossen wurden. Das Innenministerium hatte ihre Anwesenheit als „nicht förderlich für das öffentliche Wohl“ eingestuft, woraufhin die Veranstaltung ihre Teilnahmen absagte. Morgan zeigte sich enttäuscht, dass das SXSW London die Entscheidung nicht entschiedener infrage gestellt habe. Seiner Ansicht nach hätte man Uygurs Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigen müssen.
Die Veranstalter des SXSW London präzisierten, dass sie zwar die Meinungsfreiheit unterstützten und über 800 Redner, Künstler und Vorführungen präsentierten, aber behördliche Einreiseentscheidungen nicht außer Kraft setzen könnten. Man sehe sich in der Rolle, vielfältige Stimmen zusammenzubringen, räumte jedoch ein, dass die letzte Entscheidung bei den Behörden liege.
Unabhängig davon wies Morgan auf die Verbreitung von KI-erzeugten Clips hin, die seine Sendung „Uncensored“ imitieren. Er gestand, dass selbst seine Mutter ein Deepfake-Video nicht als Fälschung erkannt habe, und bezeichnete die Entwicklung als alarmierend. Dennoch zeigte er sich überzeugt, dass er jede künstliche Intelligenz in einer Diskussion übertrumpfen könne, und qualifizierte die Fälschungen als minderwertig im Vergleich zu seinen echten Kommentaren ab.
Der Konflikt lässt das SXSW London an seiner Haltung zur Meinungsfreiheit festhalten, während es sich in Einzelfragen den Entscheidungen des Innenministeriums unterordnet. Gleichzeitig unterstreichen Morgans Bedenken hinsichtlich Deepfakes die größeren Sorgen über den Einfluss von KI auf die öffentliche Debatte. Beide Themen werden voraussichtlich weiter kontrovers diskutiert, da die Auseinandersetzungen um Rede-, Technologie- und Veranstaltungsregulierung anhalten.






