24 January 2026, 10:14

Protest gegen Atommüll-Transporte: 100 Aktivisten blockieren Brücken in Bottrop

Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Straße und hält gelbe Fässer und Schilder hoch, mit einer Person im Vordergrund, Fahrzeugen, Verkehrssignalen, Hinweistafeln, Bäumen, Gebäuden und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund, die gegen Atommüll protestieren.

Protest gegen Atommüll-Transporte: 100 Aktivisten blockieren Brücken in Bottrop

Rund 100 Atomkraftgegner werden sich am Samstag in Bottrop-Süd versammeln, um gegen geplante Transporte von radioaktivem Abfall zu protestieren. Die von lokalen Aktivisten organisierte Kundgebung beginnt um 11:00 Uhr in der Nähe der Autobahn A2. Die Demonstranten wollen auf die Risiken aufmerksam machen, die mit dem Transport von Nuklearmaterial durch Wohngebiete verbunden sind.

Der Demonstrationszug startet in der Nähe der A2 und führt anschließend durch Bottrop-Fuhlenbrock. Die Organisatoren haben diese Route gewählt, um auf die potenziellen Gefahren einer radioaktiven Belastung für Anwohner hinzuweisen. Ursprünglich hatte die Polizei den Protestierenden verboten, Brücken über die A2 zu überqueren – mit Verweis auf Sicherheitsbedenken. Doch ein kurzfristiger Eilbeschluss eines Gerichts ermöglichte der Gruppe schließlich, die Brücken in ihre Marschroute einzubeziehen.

Im Fokus der Proteste stehen die anstehenden Castor-Transporte, bei denen 152 Lkw-Ladungen mit Atommüll vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus gebracht werden sollen. Das "Münsterländer Bündnis gegen Atommüll" lehnt diese Transporte seit Langem ab und bezeichnet sie als gefährlich. Zwar stehen die genauen Termine noch nicht fest, doch die Transporte werden – abhängig von gerichtlichen Entscheidungen – für 2026 erwartet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) hat nach einer abgewiesenen Klage beim Berliner Verwaltungsgericht weiterhin rechtliche Schritte eingeleitet. Der Fall liegt nun beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, wo mit einer Verzögerung von bis zu sieben Wochen zu rechnen ist.

Die Aktivisten bleiben entschlossen, die Transporte vollständig zu stoppen. Sie argumentieren, dass der Transport radioaktiver Stoffe ein inakzeptables Risiko für die öffentliche Sicherheit darstelle.

Die Demonstration spiegelt den wachsenden Widerstand gegen Atomtransporte in der Region wider. Während die juristischen Auseinandersetzungen noch laufen, bleibt ungewiss, wann die Castor-Transporte genau stattfinden werden. Bis dahin setzen sich die Initiativen weiter für eine vollständige Absage der geplanten Transporte ein.