Proteste an der Mailänder Scala wegen drastischer Preiserhöhungen für Top-Plätze
Olav RuppertProteste an der Mailänder Scala wegen drastischer Preiserhöhungen für Top-Plätze
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Proteste
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige Plätze stark angestiegen und haben bei einer jüngsten Premiere für Proteste gesorgt. Die Erhöhungen, die 36 der begehrtesten Sitzplätze betreffen, haben vor allem bei den Stammgästen in den oberen Rängen Empörung ausgelöst.
Die erste Preisanpassung seit einem Jahrzehnt hat die Abo-Kosten von 800 auf 1.050 Euro steigen lassen. Für die meisten Plätze fällt die Erhöhung jedoch moderat aus: Die Preise für Plätze im Rang stiegen zwischen den Spielzeiten 2025/26 und 2026/27 lediglich um 1,48 Euro. Dennoch sieht sich die Scala, die nach dem Salzburger Festspiele-Haus ohnehin schon das teuerste Theater Europas ist, nun mit heftiger Kritik konfrontiert.
Bei der Premiere von Verdis Carmen warfen Demonstranten aus den oberen Rängen Flugblätter ins Publikum, in denen sie die drastischen Preiserhöhungen anprangerten. Die Theaterleitung betont, dass nur eine geringe Anzahl an Plätzen betroffen sei, und bezeichnet die Empörung als übertrieben. Das Haus, das derzeit einen Überschuss erwirtschaftet, begründet die Anpassung mit anstehenden Tarifverhandlungen und der Verlegung von Werkstätten.
Intendant Fortunato Ortombina hat versichert, unter seiner Führung werde es keine weiteren Erhöhungen geben. Dennoch hat der Schritt die sogenannten Loggionisti verärgert – die treuen Stammgäste der oberen Ränge, die sich am stärksten benachteiligt fühlen.
Die Preisanpassungen erfolgen nach einer zehnjährigen Phase ohne Erhöhungen. Zwar bleibt der durchschnittliche Aufschlag für die meisten Plätze gering, doch die höheren Kosten für die Premium-Sitzplätze haben bei vielen Besuchern Unmut ausgelöst. Die Scala-Führung hält die Änderungen für notwendig, um die Zukunft des Hauses zu sichern.






