17 June 2026, 16:34

Rébecca Chaillons radikale Performance feiert provokante Premiere in Wien

Wien-Festival: Überleben unter den Fettwalen

Rébecca Chaillons radikale Performance feiert provokante Premiere in Wien

Rébecca Chaillons mutige neue Performance feiert Premiere bei den Wiener Festwochen

Bei den Wiener Festwochen in Wien hatte nun La Parabole du Seum, eine kühne Inszenierung von Rébecca Chaillon, Premiere. Die Produktion erkundet das Leben und die Körper von Menschen, die sich als fett identifizieren. Inspiriert ist das Stück von Octavia Butlers Roman Parabel vom Sämann sowie den Erfahrungen einer Popstar-Persönlichkeit und eines Astrophysikers aus einem stigmatisierten Vorort.

Die fast dreistündige Aufführung zeigt sieben Schauspieler:innen, die sich auf der Bühne nackt ausziehen und mit Butter interagieren. In einer Szene verteilt Julie Teuf Butter an das Publikum und veranstaltet eine Verlosung – der Gewinn: ein Zehntel des Körpergewichts der Gewinner:in in Lebensmitteln.

Die Performance umfasst auch Momente, in denen die Darsteller:innen sich für ihre Körper entschuldigen und ungewöhnliche Essgewohnheiten gestehen. Besonders eindrucksvoll ist eine groteske Szene, in der sie sich gegenseitig mit Gelee einreiben und anschließend auf dem Boden wälzen.

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Chaillon, die sich selbst als schwarze, fette, kinderlose, alternde Lesbe aus Frankreich beschreibt, führt Regie und steht selbst auf der Bühne. Der Titel La Parabole du Seum spielt mit mehreren Bedeutungen im Französischen: Er verweist auf eine Parabel, eine Satellitenschüssel und auf Wut.

Das Stück stellt gesellschaftliche Vorstellungen von Fettsein durch rohe, provokante Erzählungen infrage. Es verbindet persönliche Geschichten mit symbolischen Handlungen, um die Perspektiven des Publikums herauszufordern. Die Premiere bei den Wiener Festwochen markiert den Beginn der Spielzeit.

Quelle