"Recht auf Reparatur": Warum die neue EU-Regelung Verbraucher teurer kommen könnte
Olav Ruppert"Recht auf Reparatur": Warum die neue EU-Regelung Verbraucher teurer kommen könnte
Ab Juli 2024 gilt eine neue „Recht auf Reparatur“-Verordnung, die Reparaturen von Elektronik- und Haushaltsgeräten erleichtern soll. Die Regelung muss bis Juli 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden. Sie verpflichtet Hersteller, auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu fairen Preisen anzubieten.
Ziel der Richtlinie ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Abfall zu reduzieren. Doch erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sie unerwünschte Auswirkungen auf die Preisentwicklung haben könnte. So erwarten 68 % der Händler höhere Reparaturkosten – bedingt durch teurere Ersatzteile und zusätzliche Personalkosten.
Verbraucher empfinden Reparaturen bereits jetzt als kostspielig: 70 % sind der Meinung, dass die Instandsetzung eines Geräts oft teurer ist als ein Neukauf. Im Schnitt sind Kunden nur bereit, bis zu 22 % des ursprünglichen Kaufpreises für eine Reparatur zu zahlen. Uneinig sind sich Hersteller und Händler darüber, wie die zusätzlichen Kosten getragen werden sollen. Während 62 % der Händler mit steigenden Preisen für Neugeräte rechnen, teilen nur 37 % der Hersteller diese Einschätzung. Gleichzeitig gehen 63 % der Produzenten davon aus, dass Reparaturen für Verbraucher teurer werden – unter anderem wegen höherer Personal- und Lagerkosten.
Die Verordnung soll Nachhaltigkeit fördern, indem sie Reparaturen zugänglicher macht. Doch wenn Ersatzteile und Arbeitskosten steigen, könnten sich viele Verbraucher Reparaturen schlicht nicht mehr leisten. Damit würde das ursprüngliche Ziel der Richtlinie – ökologische und wirtschaftliche Vorteile zu schaffen – unterlaufen.
