Renault revolutioniert Batterie-Lieferkette: Aus Abfall werden Vermögenswerte
Hans-Theo KuhlRenault revolutioniert Batterie-Lieferkette: Aus Abfall werden Vermögenswerte
Renault Gruppe gestaltet Batterie-Lieferkette um und behandelt Akkus als wertvolle Vermögenswerte statt als Wegwerfartikel
Die Renault Gruppe reformiert ihre Batterie-Lieferkette, indem sie Batterien als hochwertige Vermögenswerte und nicht als Einwegprodukte betrachtet. Dieser Strategiewechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen vor Herausforderungen bei der Echtzeit-Datenerfassung in seinem Netzwerk steht. Wie Israfil Beker, General Manager für den Aftersales-Bereich der E-Fahrzeug-Lieferkette bei Renault, erklärt, machen Batterien mittlerweile bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs aus.
Beker gab diese Einblicke in einem Interview mit Automotive Logistics während der Veranstaltung Red Sofa in Bonn. Die Umstellungen spiegeln Renaults Bestrebungen wider, die Effizienz und Nachhaltigkeit im Umgang mit Komponenten für Elektrofahrzeuge zu steigern.
Die Batterie-Lieferkette von Renault ist ein mehrdimensionales System, das Händler, Reparaturzentren, Lager und Recyclingunternehmen verbindet. Die Komplexität entsteht durch die unterschiedlichen Systeme der Partner, darunter ERP-, WMS- und TMS-Plattformen. Diese Heterogenität erschwert die Echtzeit-Transparenz der Daten und schafft logistische Hürden bei der Nachverfolgung und Steuerung der Batterieflüsse.
Hinzu kommen regulatorische Herausforderungen: Batterien gelten als Gefahrgut, und die Vorschriften können selbst innerhalb eines Landes wie Deutschland unvorhersehbar variieren. Um diese Probleme zu bewältigen, hat Renault ein 360-Grad-Modell eingeführt, bei dem jeder Akteur in der Kette gleichzeitig als Lieferant und Kunde agiert. Dieses Vorgehen soll Prozesse vereinfachen und die Zusammenarbeit verbessern.
Darüber hinaus hat das Unternehmen ein Batterie-Tauschprogramm ins Leben gerufen, um die Stillstandszeiten von Fahrzeugen zu verkürzen. Ziel ist es, dass Autos nicht länger als 15 bis 20 Tage außer Betrieb sind. Parallel dazu investiert Renault in Recyclingtechnologien und neue Designkonzepte, um die Wiederverwendung von Batterien zu fördern. Diese Maßnahmen haben zu deutlichen Fortschritten in der Kreislaufwirtschaft geführt und Renault in jüngsten Branchenrankings auf Augenhöhe mit Geely und BYD platziert.
Die Kreislaufwirtschaft ist mittlerweile ein zentraler Baustein für das Batterie-Inventarmanagement des Konzerns. Durch Wiederverwendung und Recycling von Komponenten reduziert Renault Abfall und optimiert die Ressourcenverteilung. Konkrete Details zur Erweiterung des Recyclingnetzwerks oder zu den beteiligten Hauptpartnern bleiben in aktuellen Berichten jedoch ungenannt.
Renaults neues Lieferkettenmodell behandelt Batterien als langfristige Vermögenswerte und nicht als Verbrauchsmaterial. Der Ansatz zielt darauf ab, Probleme bei der Datentransparenz, regulatorische Hürden und die Lagerverwaltung durch Kreislaufwirtschaft und Zusammenarbeit zu lösen. Mit laufenden Investitionen in Recycling und Tauschprogramme verfeinert das Unternehmen kontinuierlich seine Prozesse für eine nachhaltigere Elektrofahrzeug-Produktion.






